von den Liebenden hierüber glückselig. Wer aber warwohl froher, als Abrokomas und Anthia! Keiner bebtenun vor dem fürchterlichen Orakelspruche mehr; dennsie dachten, die gegenwärtige Wohllust sey der künfti-gen Leiden schon werth. Man eilte, bald die Hochzeitzu vollziehen, beging vorher die Nachtfeier, undschlachtet' eine erstaunliche Menge von Opferthieren.Allein so sehr man auch eilte, bäuchte doch jeder Au-genblick dem Brautpaare zu lange. Als nun endlichdie erwünschte Nacht heran dämmerte, wurde dasMädchen beim Scheine der Kerzen mit Hochzeitsgesän-gen und Glückwünschen nach dem Brautgemache be-gleitet. Ein goldenes Bett, in Form eines Babyloni-schen Zeltes, mit Purpurmatten umhangen, und aufmancherlei Weise prächtig ausgeschmückt, war dasBrautbett. In die Umhänge waren gaukelnde Liebes-götter gewirkt, wovon einige ihre Göttinn, denn auchihr Bildniß durfte nicht fehlen, bedienten, andere aberauf Spatzen herum ritten. Einige suchten Blumenzusammen, und andere stochten Kränze daraus. Aufeiner andern Seite war der Kriegsgott, nicht in sei-ner Rüstung, sondern im weichen Gewände der Wohl-lust abgebildet; denn er war eben auf dem Wege zuseiner geliebten Cythere begriffen, und ein Liebesgottmit brennender Fackel voran war sein Führer. Indieses Zelt führte man Anthien, übergab sie den Ar-men des Abrokomas, und verschloß die Thüren.
Beide waren von gleichem Gefühle durchdrungen,und lange wollt' es Keiner wagen, den Andern an-zureden, oder nur die Augen gegen ihn auszuschlagen,