Druckschrift 
2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

89

Nun gab Minerva Diomedcn KraftUnd Heldenmuth, daß er vor allem VolkDen höchsten Ruhm errang, und facht' auf HelmUnd Schild ein immer reges Feuer an.

Dem Herbstgestirn, wann's sich im OceanGebadet, und am hellsten flimmert, glichDie Lohe, so von Haupt und Schulter flog.

So trieb sie ihn in's tiefste Schlachtgewühl.

Es halt' ein Troer, Dares, reich und frommUnd Priester in dem Tempel des Vulcan,

Zwei Söhne, kundig jeder Art des Streits,

Den Phegeus und Idaus ausgesandt.

Die stießen jetzt abseit auf Tydcus Sohn.

Vom Wagen Sie herab, und Er zu Fuß,

Vom Boden auf, begannen das Gefecht.

Zuerst warf Phegeus seinen langen Speer.

Die Spitze fuhr am linken SchulterblattVorbei, und faßte nicht. Nun aber fielDer Sohn des Tydeus aus, und nicht umsonstEntfloh der Faust das eherne Geschoß.

Gerade traf's die Busenkerb', und warfVom Wagen ihn herab. Idaus floh,

Ließ hinter sich das prächtige Geschirr,

Und den erfchlagnen Bruder, ohne Muth,

Ihn zu vertheidigen. Auch war' er selbstVielleicht dem schwarzen Tode nicht entstehn,Wenn nicht Vulcan, in Nebel eingehüllt,

Des Alten Gram zu trösten, ihn entrückt.

Geschirr und Spann zog Diomedes fort,

Und sankt' es durch die Seinigen zu Schiff.

5

10

15

20

25

30