Der Kaiser und der Abt.
Ach will euch erzählen cinMährchcn, gar schnurrig :Es war 'mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig.Auch war 'mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr;Nur Schade! sein Schäfer war klüger, als er.
Dem Kaiser ward's sauer in Hitz' und in Kälte:Oft schlief er bcpanzert im Kricgcsgezclte;
Oft hatt' er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst;Und öfter noch litt er gar Hunger und Durst.
DaS Pfässlein, daö wußte sich besser zu hegen,
Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht.
Drei Männer umspanntcn den Schmerbanch ihm nicht.
Drob suchte der Kaiser am Pfässlein oft Hader.Einst ritt er, mit reisigem Kricgcsgcschwadcr,
In brennender Hitze des Sommers vorbei.
Das Pfässlein spazierte vor seiner Abtei.
„Ha, dachte der Kaiser, zur glücklichen Stunde!"Und grüßte das Pfässlein mit höhnischem Munde:„Knecht Gottes, wie gcht's dir? Mir däucht wohlganz recht,
Das Beten und Fasten bekomme nicht schlecht.