129
Sie schmückte grün und roth den Hut,Brach Früchte mir vom Stängel;
Und war so lieblich, war so gut,
So himmlisch, wie ein Engel!
Doch wußt' ich nicht, was tief aus mirSo seufzte, so erbebte,
Und, unter Druck und Küssen, ihrWas vorzuweincn strebte.
Ich konnte weder her, noch hin,
Nicht weg, noch zu ihr kommen;
Auch lag's nicht anders mir im Sinn,Als war' mir was genommen.
Mich dünkt', ich hatt' ihr tausendvicl,Weiß Gott all was? zu sagen;
Doch könnt' ich, welch ein Zaubcrspiel!Nicht eine Sylbe wagen.
Sie fragt' in Heller Unschuld: WaS?Was ich wohl von ihr wollte?
Ach, Liebe! rief ich, als mir's naßVon beiden Wangen rollte.
Sie aber schlug den dunkeln BlickZum schönen Busen nieder,
Und ich verschüchtert, floh zurück,
Und fand sie noch nicht wieder! —
0