'Der 3refi>3U<) in ©eßerreiif)
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herrfhaft hatten; eine nationale Antipathie gegen Sßreu|en fönne aber inben annectirten Sänbern nicht auffommen ober bod) nicht üon Dauerfein, ba fie ja nicht einer ^rembherrfhaft unterworfen, fonbern bemgrö§ten beutfhen Staate einoerleibt werben unb alle Vortheile genie|enfollen, welche eine ®ro|mad)t ihren Angehörigen bieten fann. Die beutfhenSänber, welche 1815 mit Vreu|en oereinigt Würben, haben flhlängjt fo eingebürgert, ba| fie nach feiner Trennung oerlangen. 3 n bemÄriege oon 1866 haben alle fproüinjen für ba§ gemeinfame Vaterlanbgleich fräftig eingejtanben, unb auf ben böhmifchen Schlachtfclbern fei feinUnterfhicb jwifchen ben Regimentern ber alten unb ber neuen ißrooinjenwahrjunehtnen gewefen.
Gö ift jii wünfchen, ba| bie neue Verfhmeläung fich im Saufe berSeit ebenfo «olljtänbig Oolljiehe alö bie alte, hoch lä|t eö fich rtid)toerfennen, ba§ biefer Vrojel jebet fhwieriger fein werbe. 3 n Deutfhlanbwar man oon jeher an Sänberthcilungen gewöhnt, unb alö ber erfteRapoleon ®ebiete oerfhenfte, jurücfnahtn unb burdj anbere oertaufdjte,.fonnte baö unter bem Drude einer gewaltigen militärifhen SRahtwiberfpruhöloö gefhehen. ©owohl bie Segeiflerung, weihe ber Sturjbiefer willfürlihen $rembherrfhnft erzeugt halte, alö bie Grmübung,bie einer mehr alö jmanjigjälmgen Kriegsperiobe folgte, mähte eö bemSffiiener Gongre| möglih, bie wiebereroberten ©ebiete nah ©efatlen juoertheilen. Sein Verfahren würbe jmar bitter getabelt, allein man fügtefth in Alleö, ber lieben Ruhe willen. Seit einem halben Jahehnnberthat fth aber ein ©efühl ber Sufammengehörigfeit auögebilbet, gemein-fame Jntereffen finb entftanben, ftaatlihe Ginrihtungen gefhaffen worben,bie mit ben Reigungen unb Sebürfniffen beö Volfeö äufamtnenwuhfen;oor Allem aber haben bie Völfer baö Sewu|tfein ihrer Sffiürbe erlangtunb wollen niht mehr über ihr Shicffal entfheiben laffen, ohne gehörtju werben unb ohne ihre Bnftimmung ertheilt ju haben. Gö hilft wenig,ba§ man ihnen oorerft eine beoorpgte Stellung einräumen will, bennbie Völfer fehen reht gut ein, ba§ bieö nur baö 3 u ^>hrob ift, womitman bie Äinber in bie Schule locft. Auf bie Dauer würbe baö nur bieGiferfuht ber älteren fj3rooinjen erweefen, unb bie Regierung äuletjt bohgenöthigt fein, AUeö in benfelben 2opf ju werfen. 3 e beö Surücffhraubenbeö oorläufig ©eftatteten würbe aber bie ffiunben ber Annectirten oonReuem aufrei|en unb ihre Abneigung fhärfen. Gö mü|te eine langejjriebenöperiobe, wie wir fte feit 1815 genoffen hatten, eintreten, wennbie $erfhmel$ung fth ebenfo ruhig oolljiehen foll.
Die fiibbeutfhen Siaaten finb bei ber Gjplofton beö alten Sunbeöabgefplittert unb in fometenartige Sahnen gewiefen worben; ihr Anfhlu|hängt oon ber Anjiehungöfraft ab, bie ber Rorbbeutfcfje Sunb erweifenfoll, unb waö Sahfett betrifft — fo befanb eö fth, alö wir bieö bamalöfhrieben, noh „hongenb unb bangenb in fhwebenber ißein". ®ewi| iftnur, ba| bie Seoölferungen ber SRittelftaaten in ihrer unenblih über»wiegenbett SRehrjahl wohl eine einheitlichere ©eftaltung beö Sunbeö mitfraftootlerer Gjecutioe, aber Weber baö auöfcblie|lihe Uebergewiht lßreu|enö,noh weniger baö oöllige Aufgehen in biefen Staat gewollt haben.
haben wir bantit ber Volföftimme in ben SRittelftaaten, wie fthfolhe im Ußürttembergifhen Sanbtage unb in ber ißreffe, wo fte fihäu|crn barf, auögefprohen hat, einen unoerfälfhten Auöbrud gegeben,fo ntüffen Wir nun ju bem Verhalten ber dürften unb ihrer Regierungenübergehen. 3h nen tjt preu|ifherfeitö beftänbig ber Vorwurf einer hin»neigung ju Defterreih gemäht worben, boh läjjt fth eine folhe Se»
hauptung niht unbebingt begrünben. Den mittelftaatlihen höfen unbRegierungen wäre an ber alleinigen Vorljerrfhnft Defterreih^ int Sunbegerabe fo wenig gelegen gewefen alö an ber $reu|enö; fte Würben oieltnefwimmer auf bie Seite berjenigen beutfhen ®ro|ntaht getreten fein, weihein bie ®efahr gerieth, oon ber anberen überwältigt ju werben. Alö eöfth 1849/50 jum erften SRal um bie Auöfhlie|ung DefterreihS auöbem Sunbe hanbelte, halfen fte biefer Regierung ihren Vla| behaupten;alö bagegen im orientalifhen Kriege bie Goalition ber Jürtei mit ftranf»reih, Gnglanb, Defterreih unb Sarbinien gegen Ru|tanb auh $reu|eit,bas biefent Reihe jur Vormauer biente, gefährlih ju werben brohte, er»j Härten fth bie SRittelftaaten gegen Defterreih unb hielten baburh biefe! SRaht oon bent förntlihen Uebergange jurn Kriege ab. Gbenfo habenfte in Sahen beö Sottoereinö jwar ,u oermittein gefuht, fth aber julebtboh immer an Preußen gehalten. Daö Vorhanbenfein jweier ®ro|»mähte im Sunbe erfhien ben SRittelftaaten alö bie fiherfte Siirgfhaftihrer Selbfiänbigfeit, unb geriehen fte in ben galt, fth für eine ber»felben entfheiben ju mviffen, fo war eö immer nur ber Jrieb ber Selbfi»erhaltung, ber ihre 2öaf)l beftimmte.
lieber bie Unhaltbarfeit ber Sunbeöoerfaffung fonnten fth biemittelftaatlihen Regierungen niht täufhen, unb am wenigften gefhahbieö in Dreöben unb Stuttgart. Diefe beiben SRähte waren an benDreöbner Gonferenjen am aufrihtigften bemüht, eine jeitgemäle Reform;u erwirfen. Der unoeränbert hergeftellte Sttnb fotlte tninbejtenö eine| nii|lihe Sebenöthätigfeit erweifen. Son ben SRittelftaaten. gingen baheroerfhiebette Anträge auö, weihe jur $örberung ber materiellen 3ntereffen,bann ber Ginführung allgemein beutfher ®efe|e ober betn befferen Shu|ebeö geijtigen Gigenthumö ju bienen beftimmt waren. Son Allebent lie|aber Sßreu|en nihtö alö baö ^anbelögefehbtth ju Stanbe fotnmen; inallem llebrigen haben bie nah f^ranffurt, Drcöben unb |)annoüer be»rufenen gaheomntifftonen fth jahrelang fruhtloö abgemül;t. Der Sunbfollte ebenfo wenig eine niijjlihe 2öirffamfeit entfalten, alö auf feinenfeitherigen ®runblagen reformirt werben. So war e§ in Serlin be»fhloffen, wo man an bem ®ebanfen fefthielt, $reu|en in Deutfhlanbherrfhertb ju machen unb nihtö auffommen ju laffen, waö jum ^inber»ni| bei Verfolgung biefeö 3«l^ werben fönnte.
Diefe llebcrjeugung war fo allgemein oerbreitet, ba| oon ber Se»rufung beö f|ürjtentageö nah ftranffurt a. SR. im Augujt 1863, Wo»burh ber Äaifer oon Defterreih eine Sunbeöreform mittclft oorauö»gegangener Vereinbarung mit ben beutfhen dürften auf frieblihent 2Begeeinjuführen oerfuhte, jutn Vorauö nihtö erwartet würbe. Riemanb hatfth bamalö mef;r SRiihe gegeben, bie Sähe auf guten Sffieg ju leiten,alö Äönig 3°h a nn oon Sahfen. Dbgleih unwohl, übernahm er bohbereitwillig ben Auftrag, bem flönig oon $reu|en bie Ginlabung beroerfammelten dürften jutn Grfheinen in ihrer SRitte nah Vaben»Saben51t überbringen. Die Sitte Äönig 3°hann’ö, bem Sunbe Gintraht, berRation Sefriebigung ju gewähren, blieb unerfüllt, ba jwifhen beibenSRonarhen £>err oon SiömarcJ ftanb, ber baö hähl c Vertrauen feineöföniglihen ®ebieterö befaß.
Gö ift in SBien ben dürften junt Vorwurf gemäht worben, ba§ fiebie gefaßten Sefhlüffe niht ohne bie 3uftimmung V«u|enö jur Auö»führung bringen wollten, allein baö gefhah ganj genau nah betn mittel»ftaatlidien ®runbfa|e, feiner ber beiben ®ro|mähte bie alleinige Rührungbeö Sunbeö 511 überlaffen, iffienn Vreu|en nur überhaupt auf bie Sähe
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Vriitjcfftn iDlargarethc, am 24. 2M 1840 gcb. unb am 4. SWai 1856 mit bemVruber bcs ffiaifers oon Defterreih, bem Srhcrjog Sari Subwig, oerniählt, fanfam 15. September 1858 in ein frübee ©rab, unb baffelbc Shicffal ereilte am10. gebruar 1859 bie ißrinjefftn 2lnna, am 4. 3attuar 1836 geb. unb am24. Roocmber 1856 mit bem ©ro^berjog gerbinanb oon Solana oermählt.Das oortejste Dbfcr au« biefem Steife war tpringeffin ©ibonie, am 16. Auguft1834 gcb., bie am 1. Vtärj 1862 fiarb; ba« leßte enblih Vriitjefftn ©obhie, am15. 3Jiär j 1845 geb., am ll.gebr. 1865 mit bem Vrinjen ÄarUheobor, .£>erjogiit Samern, oerntät)lt, bie, in jWci Äonigreihen beweint unb allgemein bcflagt, am9. Alärä 1867, erft 22 3a|te alt, bem Genial)!, ben Gltern, Gefhwiftern unb Ver»wanbten entrijfen würbe. SRit wie oiel bitteren Il)ränen haben bie föniglihen (Elternbiefe feh$ Gräber behaut! (Erhalten blieben ihnen: Äronhrinj Albert, am 2 3. April1828 geb. unb feit bem 18.3uni 1853 mit Vrinjeffinfiatolinc, Dohter be« Vrin»jen oonSBafa, ocrmäblt, boh ift biefe Gbe finfcerlo« geblieben; Sßrinjcfftu <21 i f a b e t ft,am 4. gebruat 1830 gcb., bie nah fünfjähriger (Ehe am 10. gebruar 1855 (Bittmebe«§ersog«gerbinanb oon Genua würbe; VrinsGeorg, geb. am 8. Auguft 1832,feit bem 11. Rlai 1859 mit ber Snfantin oon Portugal Aiaria Anna oermähltunb Vater ber am 19. Vtärj 1863 geb. Vrinjefftn Vtathilbe, be« am 24. Vtai1865 geb. Vrinjen griebrih Auguft, Weiher ber Stammhalter be« föniglihenGcfhlcht« werben foll, unb ber am 31. Viai 1867 geb. Vrinjefftn Viarie.
9?ilber;ßtjronif. 36
|»te greftung ^öntgltein. — Diefe einzige unb bi« je|t unbcjwungene gefiebe« ©ahfenlanbe« hat in ben jüngften beutfhen ftriegewirren eine niht unbebeu»tenbe Rolle gefpiclt unb ift nameiUlid) in ben preußifh=fähfifh cn Srieben«üerhanb»lungen al« jireitige« Cbject beroorgetreten. Die Gefhühc ber gefiung beftreihenba« Glbtbal unb bie gegenüberliegenben höben nah allen ©eiten unb hierburh ocr»mochte ber nun oerftorbene Gommanbant, Gcnerallicutenant 0 . Rofti|»Drjewiccfi,ben Vcrfehr ju ffiaffer unb ,u Sanbc nah Vöfimen hi« 5 « hemmen, bi« eine Ver»orbitung be« .Könige Sobann benfelben freigab. Der Äönigjtcin hat fd)on in altenSeiten al« ©djugwcbr gegen Angriffe oon außen gebient, boh haben erft bie fäcf) 5ftfhen Äurfüvften nad) ber Reformation«jeit oiel ju feiner Vcfcfligung unb Au«=rüjtung gethan, oornehmlih bie Äurfiitften Auguft unb Gbrijikn, Georg I. unbGeorg II. unb in neuerer 3*it König griebrih Auguft ber Gerechte. VerfhicbeneVtale hat bie für uneinnehmbar geltenbe geftung in friegerifhen unb unruhigenSeiten bie ©d)äge be« föniglihen häufe« unb 1849 bie König«familie felbft bef)er»bergt, gür bie in Au«fi<ht ftehcnbcit Äriegeercigniffe oon 1866 war fie trefflichau«gerüjtet worben, auf allen ©eiten mit gezogenen Kanonen armirt unb auf langeBeit mit Vrooiant oerfehen. Au* hatte man alle höhenpunfte in ber Umgegenb,ben Ditirl, ben Silicnftein unb bie glähe nah ben Värenfteinen ju, abgeholjt, fo bafjber geinb in ben früher bort beftnblihcn Salbungen feinen ©huf} für etwa ju er»rihtenbe Vatterien gefunben hätte. ©0 bot ber Königftein, ber fonft wegen feinerreijenb fhönen Sage unb be« herrlichen Runbblicf« auf bie Umgegenb ein beliebter