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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Für einen Dichter Hab' ich mich bisher gehalten,

Und wol Hab' ich geseh'n anch geistige Gestalten.

Doch Geister, was die Herrn mit ihren Geistern meinen,Nie sah ich einen Geist, nnd will anch nie seh'n einen.

Entweder bin ich denn kein Dichter, seh' ich ein,

Oder ein Dichter mnß kein Geisterseher sein.

32 .

Das bischen Dichtcrrnhm, die späte Spätherbstaster,Wär' ein unnützes Kraut und unwirksames Pflaster,

Wenn eine eigne Kraft nicht selber wohnte LeiDer Poesie, zu sein des Herzens Arzenei.

In großer Trübsal Hab' ich dis HanSmitt'l erprobt.Und wenig kümmert mich, ob es ein Kritler lobt.

33 .

Sieh, wie der Schieferstift ans Schiefertafeln geht,

Sodaß die graue Schrift auf schwarzem Grunde steht;

Die Tafel nnd der Stift, sind sie nicht gleichentstammt?Doch wie ist ihr Beruf verschieden und ihr Amt!

Doch wirken beide, wie sie gleichem Grund entstammen,Verschieden wirkend, anch zu gleichem Werk zusammen.

Und in der Schrift ist Stift und Tafel nicht zu scheiden:Das Lamm ist wie die Trift, nnd eins ist Thun und Leiden.

Du trag', ob du der Stift, ob magst die Tafel sein,

Das Deine bei zur Schrift, daß sie sei schön nnd fein.