Druckschrift 
Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
366
Einzelbild herunterladen
 

366

Das heißt: sie werden sich im Alten stets des NeuenUnd in dem Neuen dort des Alten ewig freuen.

Der Früchte denk' ich gern, so oft es mir behagt,

Am liebsten, wenn die Welt dergleichen mir versagt.

Wollt' auch bekannte Frucht nur immer Gott mir schenken,An Allahs Paradies wollt' ich Lei Gott nicht denken.

Der Datteln wollt' ich gern entbehren und der Pfirschen,Hätt' ich das ganze Jahr nur Trauben oder Kirschen.

71 .

Leichtgläubigkeit ist nicht nur Mangel an Verstand,

Auch von Einbildungskraft ist sie ein Unterpfand.

Wer wenig faßt, wird schnell Unfaßliches verneinen;

Wer viel sich denken kann, dem wird viel möglich scheinen.

72 .

Zu seinem Ebenbild seit Gott den Menschen schuf,

Wie ungehorsam könnt' er werden seinem Ruf?

Weil er war Gottes Kind und werden sollt' ein Mann,Ein freier Mann, der nur sich selbst gehorchen kann.

Darum den Willen hat sein Vater ihm gegeben,

Sich zu gehorchen und ihm selbst zu widerstreben;

Kraft dessen an sich selbst verzieren nnd unzierenEr nun mag Gottes Bild, und nur nicht ganz verlieren;

Kraft dessen er auch mag das Bild Herstellen klar,

Daß er durch sich nun sei, was er durch Gott nur war.