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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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4 .

In einem Jrrthum seh' ich euch befangen alle,

Alsob nichts fest mehr steh' und alles rnhlos walle.

Wol unaufhaltsam geht voran das Weltgeschick,

Und etwas Neues bringt auch jeder Augenblick.

Doch was der eine bringt, das nimmt der andre wieder,Wie eine Blas' im Strom aufstcigt und sinket nieder.

Ihr Blasen auf dem Strom des Tages, blähet euch!Bläht euch und blas't nur auf dre Backen mit Gekench!

Blas't, Blasen, bis ihr platzt, und macht einander Platz!Denn noch von Blasen liegt im Strom ein ganzer Schatz.

Doch eine Muschel ruht, gefüllt mit Weh und Lust,

Und bildet wie ein Herz die Perl' in ihrer Brust;

In welchem das Gefühl von Erd' und Himmel schlägt,

In welchem Ewiges ist endlich - schön geprägt,

Dis Herz, wann es schon längst hat aufgehört zu schlagen,Gibt einst, ihr gebt es nicht, ein Zeugnis diesen Tagen.

Ihr aber lernt einmal, ihr Leute der Bewegung,

Daß ewig niemals ist des Augenblicks Aufregung.

Willst du geheiliget, vergöttert sein in Schriften,

So mußt du neue Lehr' und neuen Glauben stiften.

Doch Ehre völlig rein ist solchem nicht vcrlichn;

Weil ihn sein Anhang lobt, schelten die Gegner ihn.

Doch der, nach welchem Schul' und Sekte sich nicht nennt,Viag hoffen, daß zuletzt ihn jede anerkennt.