Unköniglicher doch ist keine Eigenschaft
Als Misgnnst, durch sic wird ein König bcttelhaft.
Ein Bettler nur misgonnt dem andern ein Stück Brot,^Weil seinem Sack entgeht, was jenem dar sich bot.
Lin König aber braucht nichts einem zu misgönncn,drteil er nicht selber braucht, was Andre brauchen können.
i)em König stehet an und ziemet Gunst vor allen,
Und seine Ungunst mußt du lassen dir gefallen.
och seine Misgnnst ist ein Dämon schadenfroh,er selber ihm misgönnt, zu werde» gnadcnfroh.
3«.
Die Untern bilden sich nach ihrer Obern Bilde,
Zn Dumpfheit oder Sinn, zu Herbheit oder Milde.
Die Weisen haben dis zur unbedingten Huldigung> ^Der Fürsten nicht gesagt, noch zu des Volks Entschuldigung.
! Alenn schlecht nicht müssen sein, die schlechtes Muster haben,Doch doppelt sündigen, die böses Beispiel gaben.
3t.
Ein Führer kräftigt sich am Anblick seiner Treuen,Wie ihre Kräfte sich an seinem Blick erneuen.
Eie geben ihm Vertraun, und er gibt ihnen Mnth,Sein Gut gibt er für sie, und sie für ihn ihr Blut.
Er stihlt in seinem Arm von tausenden die Macht,
Und tausend Sinn' hat er ans einen Sinn gebracht.Rückert, Lehrgedicht. tv