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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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477
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Mit einer Gespielin, die nie mir fern,

Mit der Laute, kam ich zum schönen Rhein;Die lieblichsten Frauen, die edelsten Herrn,

Sic mögen an seinen Ufern wohl sein.

Hier saß ein Ritter auf hohem Schloß,

Das schon seit Alters die Tugend hegt,

Das nimmer sein Thor dem Manne verschloß,Der selber Tugend und Ehren pflegt.

Er fand Gefallen an meinem Sang,

Er lauschte, wenn ich die Laute schlug,

Er bot mir Speis und erquickenden Trank,

Und schnitt mir Gewänder von seinem Tuch.

Ich saß mit ihm frohes Muthes beim Mal,

Da naht' uns ein Weib, mit Tritten so sacht,Die Blicke gesenkt, das Haupt ganz kahl;

Ihr Kleid war rauh und schwarz wie die Nacht.

Dem Mond an Blässe gleichend und Huld,

So saß sic bei uns an des Tisches Bord,

Des Mundes Züge nur sanfte Geduld;

Von ihrer Lippe vernahm ich kein Wort.

Ich sah die Hand ihr beim Esten beben;

Sie winkte, da ward ihr, ach welch ein Pocal!Ein weißer Schädel mit Waßer gegeben;

Sie trank nur wenig und eilt' aus dem Saal.

Ich starrte der Schauererscheinung nach,

Mir fehlte der Muth nvcki, den Ritter zu fragen,Als er mit dem düstersten Ernste sprach:

Bald wird dir das dunkle Räthsel tagen.

Er gieng mir voran zu finsterm OrtHinunter wohl fünfzig Klaftern lang;

Vor eiserner Thüre vernahm ich dortZur Zither den rührendsten Trauergcsang: