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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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379
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Kinzigthal,

379

Manch alter Schlucker that sich gütlichBeim Trunk, den Scherz und Kosen würzte,

Derweil die Jugend unermüdlichMit Schießen sich die Zeit verkürzte;

Und schoßen die Söhne stäts toller und toller,

So tranken die Väter sich voller und voller.

Als nun mit Wagen und mit RossenDer hohe Gast erschien am Ende,

War Witz und Pulver all verschoßen,

Versiegt des Fäßl-eins Ehrcnspende;

Nicht Schüße noch Zinken und Glocken ertönten:

„O Jerum, wer wahrt uns die Huld des Gekrönten!"

Da wälzt sich durch des Volkes MitteWeinheitern Blicks ein feister ZecherMit schwankem Bürgermeistertritte,

Des Rathes Oberhaupt und Sprecher,

Vertrauend der mächtigen Lunge und ZungeBegann er zum Fürsten in klassischem Schwünge:

„Wie Cäsar einst vor Roma's Thoren" —

Kaum sprach der Schmeerbauch diese Phrase,

Da saust ihm Schwindel um die OhrenUnd warf ihn jählings auf die Nase.

Die Rathsherrn entflohen als bräche die Pest aus —

Und also gieng das Hornberger Fest aus.

Eduard Brauer.