Baden.
335
153. Grnf Eberstein.
Zn Speier im Saale, da hebt sich ein Klingen,
Mit'Fackeln und Kerzen ein Tanzen und Springen :Graf EberstcinFühret den Reihn
Mit des Kaisers holdseligem Töchtcrlein.
Und als er sie schwingt nun im lustigen Neigen,
Da füstert sie leise, sie kanns nicht verschweigen:Graf Eberstein,
Hüte dich fein,
Heut Nacht wird dein Schlößlein gefährdet sein."
Ei! denket der Graf, Euer kaiserlich Gnaden,
So habt ihr mich darum zum Tanze geladen!
Er sucht sein Ross,
Läßt seinen Tross,
Und jagt nach seinem gefährdeten Schloß.
Um Ebersieins Veste, da wimmels von Streitern,Sie schleichen im Nebel mit Haken und Leitern.Graf EbersteinGrüßet sie fein,
Er wirft sie vom Wäll in die Gräben hinein.
Und als der Herr Kaiser am Morgen gekommen,
Da meint er, cs feie die Burg schon genommen.Doch auf dem WallTanzen mit Schall
Der Graf und seine Gewappneten all.
„Herr Kaiser! beschleicht ihr ein andermal Schlösser,Thuts Noth, ihr verstehet aufs Tanzen euch bcßcr.Euer TöchterlcinTanzet so fein,
Dem soll meine Veste geöffnet sein."