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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Ingelheim.

Da regte der Engel der Flügel GoldUnd hob sich empor zu himmlischen Höhn.„Du stehst nicht in der Hölle Sold,

Dazu ist dein Gefieder zu schön!

„Muß ich nun stehlen, ich alter Mann!

Es war kein Spuk, mir hat nicht geträumt; -Doch wie beginn ichs, wie greif ichs an?

Ich Hab es in sungen Jahren versäumt."

In Stahl und Eisen kleidet' er sich,

Zu Häupten band er den lichten Helm,

Er nahm das gute Schwert und schlichSich vor das eigne Thor als ein Schelm.

„Wie waren Diebe mir stäts verhaßt!

Müßt ich nun einen, das wär mir lieb;

O kam zu Hülfe mir Elbe gast,

Der schlaue Zwerg, der berüchtigte Dieb!

„Ich Hab ihm oft mit dem Galgen gedroht,Durch Haid und Busch ihm nachgesetzt:

Nun wäre mir solch ein Lehrer noth,

Der ist mit allen Hunden gehetzt."

Da vermisst' er den Harnisch auf der Brust,Den Helm vermisst' er auf dem Haupt,

Auch bemerkt' er seines Schwerts Verlust:Die hatt ihm Elbegast geraubt.

Da stand vor ihm der kleine WichtUnd sprach: Sie schienen allzuhell,

Gewaffcn taucht zum Stehlen nicht,

Ich trugs zurück in die Kammer schnell.

Wo willst du nun stehlen? sag mir bald,

Ich Lin dir bcizustehn bereit;

Doch meine Geschäfte sind mannigfalt,Verlieren wir nicht die köstliche Zeit. —