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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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R ü d c s h e i m.

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97. Die goldne Drücke.

Am Rhein, ,am grünen Rheine, da ist so mild die Nacht,

Die ReLenhügel liegen in gvldner Mondespracht.

Und an den Hügeln wandelt ein hoher Schatten her

Mit Schwert und Purpurmantel, die Krone von Golde schwer.

Das ist der Karl, der Kaiser, der mit gewaltger HandVor vielen hundert Jahren geherrscht im deutschen Land.

Er ist heraufgcsticgen zu Achen aus der Gruft,

Und segnet seine Neben und athmet Traubenduft.

Bei Rüdesheim, da funkelt der Mond ins Waßer hinein,

Und baut eine goldne Brücke wohl über den grünen Rhein.

Der Kaiser geht hinüber, und schreitet langsam fort,

Und segnet längst dem Strome die Reben an jedem Ort.

Dann kehrt er heim nach Achen und schläft in seiner Gruft,

Bis ihn im neuen Jahre erweckt der Traubcnduft.

Wir aber füllen die Römer und trinken in goldnem SaftUns deutsches Heldenfeuer, uns deutsche Heldenkraft.

Emanuel Getkel.

S8. Der Weinende Trinker.

Als Anno elf gekeltert war,

Schien noch die Sonne heiß und klar.

Die Sonne schien so klar und heiß,

Vor seiner Thür? weint ein Greis.

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