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L u r l e i.
„Die Augen sanft und wilde, die Wangen roth und weiß,
Die Worte still und milde, das ist mein Zauberkreiß.
„Ich selbst muß drin verderben, das Herz thut mir so weh,
Vor Schmerzen möcht ich sterben, wenn ich mein Bildniss seh.
„Drum laßt mein Recht mich finden, mich sterben wie ein Cbrist,Denn Alles muß verschwinden, weil er nicht bei mir ist." —
Drei Ritter läßt er holen: „Bringt sie ins Kloster hin! —
Geh Lore! Gott befohlen sei dein bethörtcr Sinn.
„Du sollst ein Nönnchen werden, ein Nönnchen schwarz und weiß,Bereite dich auf Erden zu deiner Todesrcis." —
Zum Kloster sie nun ritten die Ritter alle dreiUnd traurig in der Mitten die schöne Lorelei.
„O Ritter, laßt mich gehen auf diesen Felsen groß,
Ich will noch einmal sehen nach meines Liebsten Schloß.
„Ich will noch einmal sehen wohl in den tiefen Rhein
Und dann ins Kloster gehen und Gottes Jungfrau sein."
Der Felsen ist so jähe, so steil ist seine Wand,
Doch klimmt sie in die Höhe bis daß sie oben stand.
Die Jungfrau sprach: „Da gehet ein Schifflein auf dem Rhein,
Der in dem Schifflcin stehet, der soll mein Liebster sein!
„Mein Herz wird mir so munter, cs muß mein Liebster sein!"Da lehnt sic sich hinunter und stürzet in den Rhein.
Clemens Brentano.