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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Vilich bei Bonn.

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55. Adelheid von Geldern.

Steht bei Bonn am alten RheinEin verfallen Klösterlein,

Das der edle Graf von GeldernReich bedacht mit Gut und Feldern,Seine Tochter AdelheidZur Aebtissin eingeweiht.

Das war eine fromme Frau,

War die Frömmst' im ganzen Gau,Hatte freudig hingegebenIrdisch Gut und junges LebenGott und Frau Cacilia,

Die sie oft im Traume sah.

Einer Nonne, jung und holdPrangend in der Locken Gold,

Wollte kein Gesang gelingen;

Strafe mocht es nicht erzwingen:Immer blieb es ein GeschreiWie von Teufels Clerisei.

Als sie einst im hohen LiedFalsche Töne nicht vermied,

Gab die Frau, in Gott verloren,

Einen Schlag ihr an die Ohren,

Daß sie schwer mit Krämpfen rangUnd von Stund an göttlich sang.

Flehend bitten laßt uns jaGott und Frau Cacilia,

Daß zu unsrer Ohren LabeAuferstehn aus ihrem GrabeDie Aebtissin wieder mag,

Schaltend bis zum jüngsten Tag.

K. S.