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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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A che n.

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Er wollte Gott zu versöhnenSo gern die Sünde bekennen, '

Doch Schluchzen ließ ihn und StöhnenSo große Unthat nicht nennen.

Der Heilige sprach: „Aufs Neue

Weinst du gleich einem Weibe,

Zu reden wehrt die Reue,

So nimm die Feder und schreibe."

Karl sprach: „Ich thu cs gerne,"

Und schrieb was er begangen;

Der Heilige sah von ferneDas Blatt die Zeichen empfangen.

Er schriebs mit wenigen Worten,

Bat Gott, ihm Gnade zu senden.

Nun stand Egidius dorten

Und hielt das Blatt in den Händen.

Er mocht es wenden und drehen,

Er fand da nichts geschrieben:

„Ist hier ein Wunder geschehen,

Oder hast du Spott getrieben?"

„Nicht Hab ich Spott getrieben,

Es ist ein Wunder geschehen!

Ich hatt cs deutlich geschriebenUnd nun ist nichts mehr zu sehen." —

„Du schriebst, ich kann es bewähren,

Und sieh, die Schrift ist verschwunden:Dir haben die reuigen ZährenIm Himmel Gnade gefunden.

„Sie haben dein Herz von Sünde,

Dicß Blatt von Sünde gereinigt.

Indem ichs ahnend verkünde,

Hat neue Schrift es bescheinigt."

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