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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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A ch e n.

Der Heilgc sprach: „Was seh ich?

Du weinst gleich einem Weibe;

Bist du der Worte nicht fähig,

So nimm die Feder und schreibe." —

St. Egidius, laß dir klagen,

Ich kann nicht schreiben, nicht lesen!

O wär ich in jungen TagenZu lernen sleißger gewesen!

Da wollt ich mit Jägern und SchalkenDas Wild zu Tode nur Hetzen,

Da hatt ich an Hunden und FalkenUnd Rossen mein einzig Ergetzen.

Da wollt ich nur kriegen und raufen;Das nimmt ein Ende mit Schrecken!Nun mögen die Hunde verschnaufen,

Im Stall sich ruhen die Schecken."

Egidius sprach: „Es sei ferneDas edle Waidwerk zu tadeln;

Was Hänschen nicht lernte, das lerneNoch Hans, es kann ihn nur adeln.

„Sonst war die Mühe geringer,

Mit größerer geht es noch heute,

So beichten deine drei Finger,

Was der Mund zu beichten sich scheute.

„Zum Schreiben dienen drei Finger,Drei Finger dienen zum Schwören,

Nicht schreiben sollten drei Finger,

Was drei Finger nicht mögen beschwören.

„Es steht geschrieben, beileibeSollst du nicht unnütz schwören;

Viel unnützes Geschreibe,

Das will sich auch nicht gehören.