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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Köln.

Anjou, der mit der Kunst cs gut gemeint,

Hat ihn gcchret vor den Meistern allen,

Die huldreich er an seinen, Hof vereint.

Für Anjou hat der Meister den MetallenDas Siegel seines Geistes eingedrückt,

Und Kirchen ihm verziert, Altar und Hallen;

Auch seinen Schenktisch hat er ihm geschmückt,Geschmiedet ihm Pokale, Krüge, Schilde,

Die jedes Kunsterfahrnen Blick entzückt.

Da wollte denn der Fürst in seiner Milde,

Daß noch aus lauterm Golde, sonder Gleichen,Sein Meisterstück er, eine Tafel, bilde;

Versehen sollt er die mit seinem Zeichen,

Auf daß die Nachwelt seinen Ruhm erfahre,

Und staunend ihm den Lorber möge reichen.

Hier liegt der Riß dir vor, den ich bewahre;

Am Werke selbst hat meines Meisters HandGehämmert und gefeilt drei volle Jahre.

Und wie er fertig war, wie crs gesandtDem guten Fürsten, welcher es bestellt,

Da hatte sich das Glück von dem gewandt.

Die Feindschaft weist du, die sich eingestelltVerderblich zwischen ihm und LanzelotcUnd aufgereget eine halbe Welt;

Da kam zum Meister ein betrübter Bote:Einschmelzen hatt er jene Tafel laßen,

Weil ihm kein Geld, kein schnödes, zu Gebote.

Da sahn den guten Meister wir erblassen,

Erschrocken schweigen eine lange Zeit,

Und krampfhaft nach dem wunden Herzen faßen.

Dann, niedsrkniend in Unterwürfigkeit,

Sprach er und hob die Arme himmelwärts;Auch das war eitel! eitel Eitelkeit!

Am irdschen Abglanz hicng mein thöricht Herz,

An dem vergänglichen des cwgcn Lichtes,

Nun faßt um Eitles mich ein eitler Schmerz!

O Herr, was falsch und eitel war, vernicht es!

In meinem Busen dienen dir und büßen,

Das will ich bis zum Tage des Gerichtes.