Köln.
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Er malte fleißig Nacht und TagAn ihren felgen Zügen,
Doch was ihm klar im Busen lagWill sich der Hand nicht fügen.
Und wie er bildet, sinnt und schafft,Aufbietend alle Kunst und Kraft,
Es kann ihm nicht genügen.
Ermüdet schläft er endlich einVor dem entworfncn Bilde;
Da schwebt ein Engelpaar herein:
Was führt cs wohl im Schilde?
Es lächelt schalkhaft, nimmt gewandtPalctt und Pinsel aus der HandDem von der Künstlergilde.
Schon malt der Eine rüstig zu,
Der Andre will nicht schweigen:
Viel bcßer mach ich das als du:
Gieb her, ich will dir zeigen.
So lösen sie einander ab,
Bis sich das Bild zu schauen gab,
Dem wir noch heut uns neigen.
Als sie den Jüngling nun geweckt,
Noch lauschen sie verstohlen:
Er blickt empor, erstaunt, erschrecktUnd kann sich kaum erholen.
Das Bild ist fertig, Zug um Zug,
Wie er cs längst im Sinne trugVom Scheitel zu den Sohlen.
Da reden sie ihn freundlich an,
Den fast ihr Licbcsglanz blendet:
Die Mutter Gottes, junger Mann,
Hat mich zu dir gesendet.
Das Bild ist dein, du hasts gedacht:Was wir an deiner Statt vollbrachtIst Alles dir entwendet.
K. S.