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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Kl. Altenberg.

Bald hatt er mit noch braunem ScheitelSich satt geliebt, gezecht, gebirscht,

Daß alle irdschen Freuden eitel,

Erkannte jetzt sein Herz zerknirscht.

Er dachte hehrer GottcsminneUnd sprach hinfort mit tieferm Sinne:Gegrüßt seist du Maria!

Und angeweht vom Geist der SüßenErwählt' er die gewissre Bahn;

Schon pocht' er, schwere Schuld zu büßen,Am Altcnberger Kloster an.

Ein Bruder öffnet ihm die Pforte,

Da spricht er seufzend nur die Worte:Gegrüßt seist du Maria!

Gekleidet ward er und geschoren,

Man gab ihm einen Lehrer bei,

Doch war der Unterricht verloren,

Er lernte keine Litanei.

Auch schien ihn Strafe nicht zu schmerzen,Er sprach nur aus bewegtem Herzen:Gegrüßt seist du Maria!

So seltsam trieb er's bis zu Ende;Schon blickt' er in das offne Grab,

Da wollt er keine Segensspende,

Wies Beicht und letzte Oclung ab.

Doch als sein Herz begann zu brechen,Da hörte man ihn selig sprechen:Gegrüßt seist du Maria!

Nun sind gesprengt die Erdcnbande,

Die Brüder senkten fromm ihn ein,

Sieh, aus des Hügels frischem Sande,Sproß eine Lilie weiß und rein.

Und auf den lichten BlüthenblättcrnLas man in goldenschönen Lettern:Gegrüßt seist du Maria!