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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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3: a n t c n.

8. Siegfried der Drachentödtcr.

Aus Wieland der Schmied.

(Nmclungcnlicd I. 89—105.)

„Drei Söhne zeugte Wate, der älteste war ich,

Der andre hieß Eigel, der dritte Helfcrich. — —

An ihm war viel versäumet, des war er sich bewust,

So wollt er an den Söhnen doch schauen seine Lust;

Die sollten alles lernen, das deucht ihm keine Schmach,

Sich jeder Kunst befleißen, an der ihm selber gebrach.

Nun wust er wohl die Märe, daß an des Rheines StrandDer Schmiede Bester wäre, Mime genannt;

Auch hatte Nordlands König, sein Bruder Nordian,

Eckarten den getreuen zu diesem Meister gethan.

Im Kriege braucht man Waffen, zu Schutz und Trutz gesellt,Wer die sich mag verschaffen, das ist der beste Held:

So dachte König Nordian, drum sandt er seinen SohnZu Mimen in die Lehre und verhieß ihm reichlichen Lohn,

Wenn er dem Jungen hülfe zu seiner Meisterschaft.

Nun hatte bei Waten dies; Beispiel große Kraft:

Er sandt auch mich zu Mimen: das war dein König lieb,Daß Eckart da, der Treue, nicht ohne Gefährten blieb.

Wir wurden Schwurbrüdcr, Eckart und ich,

Wie wir schon Vettern waren; von meiner Seite wickDer treue Knabe nimmer, er war mein fester Schild.

Viel muste meine Jugend von den zwölf Gesellen wild

Und Siegfrieden dulden. Denn oft zu Mimen kamDer junge Frankenkönig und Niemand war ihm gram,Obwohl er alle neckte und die Gesellen schlug.

Mich ließ er lang in Frieden, weil es Eckart nicht ertrug,