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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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15
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Kleve.

IS

„Laß ab, du willst die Zarten zu früh verwaisen,

Zu früh aus deinen Armen mich hinnen weisen.

Wohin du zielst, empfind ich nur allzugut,

O ende nicht, mir schaudern im Tiefsten Herz und Muth." —

„So soll des Vaters Herkunft der Sohn nicht kennen!

Das Volk wird ihn verwerfen und Bastard nennen:

Den Kleinen thus zu Liebe und sprich einmal;

Vergieb, vergieb der Mutter, ihr bleibt nicht andre Wahl." —

„Es ist geschehen! Eilet herbei, ihr Mannen!

O war das Wort vermieden! Ich muß von dannen.

Nun sollt ihr Alles hören: mich, Lohengrin

Hat her der Gral gesendet, zum Glücke, wie es schien.

„Das Glück ist zerbrochen, mich ruft der Vater,

Parzival der König, des Grals Bcrather:

Einst hätten unsre Söhne sein Reich geerbt,

Die Frage, die uns scheidet, die hat auch sie verderbt.

„Euch muß ich sie befehlen, die holden Kleinen,

Und laßt nicht ungetröstct die Mutter weinen;

Drei Kleinode bleiben den drein zurück,

So lang sie die bewahren, bewahren sie das Glück."

Da kam der Schwan geschwommen auf blauer Welle,

Noch einmal klang das Glöcklein wie Silber Helle;

Der Gräfin riefs den Gatten nicht wieder her:

Er ist hinweg gefahren, sie sah ihn nimmer mehr.

K. S.