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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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gespielen hinaus zur Bleiche; jede führte eine Schaar Kinder,welche alle Reifer- oder Schilfbündlein trugen, jeder Schaarward ein Blumenkranz vorgetragen. — Während ich bei dendrei Fräulein in meinem Zelte war, das sie mir ganz mitBlumenkränzen bedeckt hatten, legten meine Gespielen die Reiser-und Schilfbündel zu den Johaunisfeuern zusammen. Das erste,mir zu Ehren, ordneten sie vor Johanuis Kapelle, welche amhöchsten liegt. Jeder der acht Schaaren opferte ihre besten Reiserdazu, und Klareta hatte den schönen Blumenkranz geflochten, derdarüber zwischen zwei Birkenstämmchen ausgehängt ward. Dannbaute jede Schaar der Anhöhe entlang ihren Schilfhanfen aufund hängte ihren Blumenkranz darüber, so daß am Waldrandum die Bleiche her neun Haufen errichtet waren.

Alle Jungfrauen und Jünglinge der Stadt zogen in ihremschönsten Putz in Chören singend heran. Aus dem Walde kamnun auch die Kinderschaar mit dem Johannisengel singend zurKapelle gezogen. Die Sonne sank, noch brannte kein Licht, außerdie Lampe in der Kapelle. Der Johannisengel ward wieder wieam Morgen in den Blumenkranz mit seinem Lamme gesetzt,, undseine rosigtc Mutter Elisabeth kniete hinter ihm. Es sah garlieblich aus, Alles war still und dunkel umher, nur Jmmel undseine Mutter schimmerten, denn Beiden hatte man so vieleleuchtende Johanniswürmchen in ihre Blumenkronen befestigt, alsman nur finden konnte.

Jacob von Guise sprach noch eine kleine Ermahnung überdas heutige Fest und den Gebrauch dieser Feuer. Er sprach:„Bei diesen Feuern sollet ihr gedenken, daß Johannes nicht dasLicht war, das in die Finsterniß leuchtete, sondern daß er Zeugnißdavon gab, damit alle Menschen an das Licht glaubten; — ihrsollet denken bei diesen Feuern, daß Johannes gesprochen: „Ichtaufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, wirdeuch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen!" Und wennIV. 9