Salomonis werde einst mit diesen Spangen zusammen kommen,und dann komme Alles darauf an, das Rechte zu wünschen.Das Kloster Lilienthal solle ich aus Dankbarkeit gegen Gott denarmen Fräulein stiften; eine stete Fürbitte sei mir bei solchemBerufe sehr zu wünschen. — Ich versprach ihm, nach seinemRathe zu thun, kniete nieder, empfing feinen Segen, und erverließ mich, nachdem er mir die Schrift über den Ursprung derKleinodien überreicht hatte, die ich hier meinem Tagebuchebeifüge.
Bon den Lehnskleinodieu von Vadutz. — Ich,Jacob von Guise, habe folgende Sagen, Meinungen, Geheimnisseund Ueberlieferungen von den Schnltcrspangen der Nebekka, demSteine Jacob's bei Bethcl, dem Siegelringe Salomonis, demSteine Sakrath u. s. w. für meine Landesherrin, Gräfin Amehvon Hennegau, Lehnshuldin von Vadutz, zusammengeschriebenaus einer Schrift, welche mir Klareta zur Lilien, ein Fräuleinaus Vadutz, mitgetheilt, und aus dem, was mir Carthophylax,der da ist der ewige Jude, am St. Servatiustag im Walderzählt. Als ich diesen Carthophylax gefragt: „Was hicvon istWahrheit?" antwortete er: „Nur der fei die Wahrheit, denPilatus gefragt, was ist Wahrheit?" Dasselbe erwiedere auchich, Jacob von Guise, Jedem, der mich fraget, was an diesenErzählungen Wahrheit sei.
Wahr ist, daß ich sie vernommen habe als Reden der aufder Erde spielenden Menschenkinder seit Jahrtausenden. Ob siedieselben für wahr gehalten, weiß ich eben so wenig, als ob siewahr sind. Die Geschichte der Kinder Gottes sind diese Erzäh-lungen nicht. Da aber die Kinder Gottes nach den Töchternder Menschen gesehen hatten, wie sie schön waren, erzählten siesich Menschenkindermährchen, die waren kristallisirt in Formender Wahrheit, und waren doch nicht die Wahrheit, und rolltenvon Mund zu Mund im Stroms der Rede zu uns nieder, bis