Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

2N

Al>f des Glanzes Spiegel untenSah ich oft ein Antlitz strahlendDurch die grünen Zweige funkeln,

Aber nimmer steigt's zum Rande.

,,Treulos immer ist's verschwunden,

Wenn ich Wcisheitdurstig nahte.

Nur das Bild von Gottes MutterWeilte ruhig meinen Klagen.

And so krönt ich sie mit Blumen,

Daß, nach gleichem Preis verlangend,Auch das schön're Bild des BrunnensGüt'ger meines Dienstes achte.

Doch noch immer muß ich durstendAn dem kalten Rande schmachten,

Möcht hinab zu einem KusseStürzend mich im Tode baden."

Trage Wasser in den Brunnen"Spricht der Meisterbis zum Rande,Dann niagst du die durst'ge ZungeBald im kühlen Spiegel laben."

Meister, was dir nie gelungen"Spricht Melieresoll ich wagen?

Seit dem Teufel hat die SchuleWasser in den Born getragen.