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sich mit Gott auszusöhnen; auf einmal erhalten Sie den Unwillen,und die Frau stirbt versöhnt, und nun ist Ihnen wieder ziemlichwohl, Aergcrt Sie jene Person noch?" — „Ei behüte Gott,das kommt mir jetzt sehr unvernünftig vor, aber wie ist esmöglich, nicht zu leiden, wenn ein Glied meines Fingers leidet,wir sind Alle ein Leib in Jesu Christo." — „Gott sei Dank,"sagte der Freund, „nun haben Sie doch wieder Ruhe." Sie aberlächelte und sprach: „Es wird nicht lange währen, es wartenschon Andere auf mich." Hiermit wendete sie sich auf dem Lagerum und ruhte.
Wenige Tage nachher fiel sie in heftige Gliederschmerzenund alle Leiden der Brustwassersncht. Wir entdeckten die Kranke,mit welcher sie litt, und stündlich sahen wir deren Leiden plötzlicherleichtert oder zum höchsten Grade gesteigert, nach dem AnnaKatharina heftiger litt oder eine Pause des Mitleidcns hatte.Jeder wird die Schwierigkeit solcher Zustände einsehen, sie mußteaus Liebe fremde Krankheit tragen, ja fremde Versuchung aufsich nehmen, auf daß Jene Muße zur Todesbereitung finde. Siemußte schweigend leiden, um fremde Noth zu verbergen und selbstnicht für eine Thörin gehalten zu werden, ja sie mußte auch nochdie Arzneimittel für die Krankheit und die Verweise für diefremde Versuchung geduldig hinnehmen, und mußte es tragen,Andern verkehrt zu erscheinen, damit Jene, für die sie litt, vorGott bekehrt erscheine.
Einst saß ein schwer betrübter Freund in ihrer Nähe, sielag in Entzückung und flehte Plötzlich laut: „O mein lieber Jesus,laß mich den schweren Stein ein wenig tragen." Der Traurigefragte verwundert, was ihr fehle; sie erwiederte: „Ich bin aufder Reise nach Jerusalem, da liegt ein armer Mensch an meinemWege, der schleppt einen Stein auf der Brust mit sich, der ihnschier todt drücket." Dann flehte sie wieder: „Gib mir den Stein,du kannst nicht mehr, gib ihn mir!" und Plötzlich sank sie, wie