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als einer Schauenden, als das tiefsinnigste Buch erschien, welchesihr auf wenigen Blättern den Leitfaden darbot, Zeit und Naturvon einem Mysterium der Erlösung zum andern mit allen Hei-ligen feiernd zu Durchwandern, um in dieser Wallfahrt mit demKirchenjahr alle Guadenfrüchte der Ewigkeit in der Zeit zu erndten,zu bewahren und wieder auszutheilen, auf daß: „dein Willegeschehe auf Erden, sowie im Himmel!"
Das alte oder neue Testament war nie von ihr gelesenworden, daher, wenn sie ermüdet ungern erzählte, sagte sie wohl:„Lesen Sie es doch in der Bibel," und wunderte sich sehr, zuhören, daß dieses nicht darin stehe, man höre ja jetzt immersagen, man solle nur die Bibel lesen, darin stehe ja Alles u. s. w.— Die eigentliche Aufgabe ihres Lebens war Leiden für dieKirche oder einzelne Glieder derselben, deren Noth ihr im Geistegezeigt wurde, oder die sie um Gebet anflehten, ohne eben zuwissen, daß diese arme kranke Klosterfrau mehr für sie zu thunhatte, als einige Paternoster zu beten, ja daß sich ihr ganzesLeiden an Leib und Seele auf sie übertrug, und daß sie geduldigunter sehr schwierigen Umständen auskämpfen mußte, denn ihrkam nicht, gleich ähnlichen Personen einer früheren Zeit, Ver-ständniß und Gebet einer klösterlichen Genossenschaft zu Hilfe,sondern in ihrer Zeit und Welt war ihr Leiden allein an denArzt gewiesen. In der Arbeit, solche übernommene Leiden aus-zukämpfen, machte sie, wie in der Feldarbeit ihrer Jugend, einestete Gebetsanwendung auf entsprechende Beschwerden der Kirche,und opferte, für einen Kranken leidend, ihre Mühseligkeit fürdie ganze Kirche auf.
Ein allgemeines Beispiel ihres Mitleidens ist folgendes:Mehrere Wochen lang stellten sich alle Leiden der äußerstenSchwindsucht bei ihr ein. Die höchste Reizbarkeit der Lunge,alle Betten durchdringende Schweiße, erstickender Husten, steterAuswurf, ununterbrochenes heftiges Fieber, man erwartete täglich