zo Zeugniß für die göttl. Herrlichkeit u. Wahrheit,
ihm drum seine Bosheit hingehen lassen? Muß er nichtdas Gestohlne dennoch wieder erstatten ? Wenn einer dem an»vdern an seinem guten Namen zu nahe kommen, will di-ssr miteiner bloße» Reue zufrieden seyn, wenn sich jener auch kranckdarüber ängstete und bekümmert-? cdrr kän ein Schuldnerseine Schuld durch eine bloße Reue bezahlen ? Wer wölkenicht alles in der Welt verstellter weise bereuen, undimmer wieder begehen? Und diese menschliche oder viel.mehr Natur-Rechte approbiert Gott in seinen Rechten auch,da er z E. Match. 5, 2z. kein Opfer ansehen will, der O-pfernde habe dann erst seinem Bruder Satisfaction getban.Da nun in aller Welt und unter allen Heiden keine Per-söhnung eines Menschen mit dem andern möglich ist, es ge-schehe denn dem Beleidigten wircklich oder doch durch dieStrafe des Beleidigers Satisfaction, (folglich einemSterblichen vom andern, und einem Uebelthäter vom an.dern) wie solte eö denn nun bey dem unsterblichen und al-lerheiligsten Gott angehen? Der Mensch fordert um einerSchmähung willen durch einen formalen Injurien - ProceßSatisfaction : und der allerheiligste und gerechteste Gottsolte ru seiner Beschimpfung, und Jahr aus Jahr ein fort-gehenden Verachtung gar nichts sagen; und solte seine Eh-re und Herrlichkeit weniger schäßen, als der Mensch seineSchande? Eine Injurie, die dem Menschen begegnet, sollohnmöglich ohne Satisfaction können abgethan werden:soll man denn die Prostitution der höchsten Majestät Gotteskönnen ohne Genugthuung gut machen? Wenn einer denandern schimpft, so violirt er zugleich die Verordnungender höchsten Majestät Gottes. Der geschimpfte Menschkriegt in aller Welt Satisfaction, und Gott soll keine ha-ben : lo muß der Mensch ich weiß nicht wie vielmal vornch-mer seyn als Gott!
So unvernünftig haben die Heiden nie geurtheilet;denn der Begriff von den Vollkommenheiten Gottes hatihnen im Gewissen sehr starck widersprochen. Einmal kander Gerechtigkeit Gottes zuwider mit göttlicher. Appro-
bation