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Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Geographus oder vollständige Beschreibung aller in der H. Schrift benanten Länder und Städte, oder zur Geographie gehörigen Oerter und Sachen : Mit Mathematischen, Philologischen, Physicalischen, Moralischen, Politischen, Historischen und Theologisch-Mystischen Anmerckungen durchgehends versehen, wie auch mit der neuesten Geographie verglichen, und mit 15. accurat und sauber gestochenen Land-Charten erläutert
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von Indien. 47?

seit An. 170;. zu Tranquebar, auf der Küste Coromandes,unterhält, für ein Licht in dieser heydnischen Finsterniß auf-gehet, und was für Segen die KMionanI bisher gehabt inBekehrung der Hcyden, dafür kan die erbarmende Liebe Got-tes, in Demuth und heiliger Ehrfurcht nicht gnug gepriesenwerden; worzu auch dieses gehört, daß die Bibel und an-dere geistliche Bücher in die Malabarische Sprache übersetzet,und darzu eine Buchdruckerey angeleget worden ist.

§. 9. Das weltliche Regiment der Indianischen Kö-nige ist sehr souverain und monarchisch, und führen dieselbeneinen sehr grossen Staat, gleich wie deren Einkünfte sehr großsind. Insonderheit läst der grosse Mogul einen unsäglichenPracht und Staat in seinem Hofe sehen, und wird von seineneigenen Unterthanen ordentlich kaci-8cluicb, d. i. Groß»Herr genennet, weil sie den Namen Mogul, der so viel alsdas Haupt der Weisen seyn soll, zu gering achten. Seinjährliches Einkommen wird auf mehr als 200. Millionen ge-schähet. Seine Macht ist auch so groß , daß er so gar inFriedens-Zeiten beständig eine Macht von mehr als 620000.Mann auf den Beinen halten soll; zu Kriegeö-Zeiten hat erwol eher eine Armee von 200220. Reutern und 822000. Fuß-gängern, samt Z2222. Elephanten zu Felde geführt: Weil esaber seiner Soldatesca theils an Muth theils an nöthiger Er-fahrung in der KriegS-Wissenschaft fehlet; so liefet man mehrExempel von ihren erlittenen Niederlagen, als erhaltenenSiegen, besonders wenn es gegen Persien gehet; welchesauch von den andern Ost-Indianischen Königen wahr ist:Daher es den Portugiesen und Holländern ein leichtes gewe-sen, viele derselben dahin zu bringen, daß sie nach ihrem Wil-len sich richten müssen.

§. lo. Von der alten Indianischen Historie lässet sichwegen Mangel der Nachrichten wenig erzehlen, ausser daßIndien von alten Zeiten her von vielen Königen beherrschetworden.

1) Zur Zeit der Assyrischen Monarchie soll ein Indiani-scher König, Namens Lmurobates, mit der Königin 8emim-

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