rr Von der Erden Gestalt
ist, vom Uebel befreyet zu leben, sondern weil sie das Ge. ^
müth des Menschen frey machet und bereitet, himmlische ^
Dinge zu betrachten: auch würdig machet, daß er mit Gott ! ^in Gesellschaft treten kan. Alsdenn,sagt er, hat er das voll. !kommene und höchste Gut, dessen ein Mensch fähig seyn ^
kan, wenn er alles Böse unter seine Füsse getreten hat, in ^
die Höhe sich schwinget, und eine genauere Erkenntniß derverborgenen Dinge der Natur bekommt. Da kan er mit ^Vergnügen mit seinen Gedancken herum wandern unter den ! "
Sternen, und lachen der Reichen aller ihrer Pracht. - . - « ^
Eher, sagt er, kan man nicht verachten, prächtige Alleen, ^
Balcken die von Elfenbein schimmern, nach der Kunst be- ^schnittene Lust - Wälder und in die Häuser geleitete Flüsse; ^
als bis man gelernet hat mit seinen Gedancken , die ganße !Welt durchzugehen: Daß man von dem Himmel herab die ^ <
gantze Erde anstehet als was geringes und kleines, die grö- > >
sten Theils von dem Meer bedeckt, und auch in denen Thei- ^
len, da sie aus den Wassern heraussiehst , doch an vielen !
Orten scheußlich, entweder verbrannt oder erfroren ist; daß !
man bey sich selbst sagt: Ist das der kleine Punct, den ' l
so viel Völcker mit Feuer und Schwerdt unter sich theilen? i
O wie lächerlich sind doch die engen Grentzen der Sterblichen! §
da dieser Fluß, dieser Berg, jene Wüste ein Volck von dem E
andern scheiden und einschräncken muß. Es ist nicht mehr l»
als ein Punct, darauf ihr schiffet, darauf ihr Kriege führet, "
in welchem ihr Reiche austheilet. - - - Aber oben, dagiebtö überaus grossen und weiten Raum, davon der Geist »>des Menschen Besitz nehmen kan, wenn ihm von dem Leib.lichen noch am wenigsten anhängt, wenn er alles Unreine ^von sich abgelegt hat, und frey, fertig, vergnügt und mit we- rm'gem zufrieden, sich dahin erhebet. Wenn er dahin kommt, r»findet er seine Nahrung und Wachsthum, und gelanget, als ^befreyet von Banden, wieder dahin, woher er entsprossenist. Und das ist ihm ein Beweis, daß er was göttliches in ^sich hat, weil er an göttlichen Dingen seine Lust findet, undmit denselben nicht als mit was fremdem, sondern eigenem ^
und
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