Druckschrift 
7 (1852) Comoedien
Entstehung
Seite
465
Einzelbild herunterladen
 

463

Ramatten. Ein Gepolter, vielleicht von Rumpelmettc, bei welchermit einer Knarre oder Ratsche gelärmt wird.

Ratzenstadl. Ein Spottname für eine gewisse Gegend in einerWiener Vorstadt. Ein Baron von Ratzenstadl, ein gemei-ner großsprechender Mensch, ein armer lächerlicher Windbeutel.

Reindl, ein kleiner Topf.

Remisori. Ein Jubel, eine Freude, wahrscheinlich von irgend einemfröhlichen Kirchenfest herkommend.

Ritsch er. Gekochte Gerste und Erbsen durcheinander, überhaupt eingewöhnlicher Brei, der leicht ohne vieles Kauen hinunterrutscht.

Sakrisch, Scherzfluch, so viel als tüchtig, derb.

Saperdipitz. Ein Scherzfluch.

Schlichen. Auf jüdische Art schlachten.

Schanir, Ordnung; ins Schanir bringen, in Ordnung, in denrechten Gang bringen. Von Scharnier, ein Gewerbe, in welchemsich etwas mechanisch bewegt.

Schariwari, lange ungarische Hosen.

Schlakri, potz Schlakri, tirolischer Scherzfluch.

Schlam essen, Ceremonien, Complimente. Gehn's, machen'smar kanc Schlamessen, Bosheit! Gehen sie,machen sie mir keine unwahre Schmeicheleien, sie Schelm, sie.

Schnabeln, sich schnäbeln, zärtlich thun.

Schnackerlwirth. Ein kleiner, unbedeutender Wirth.

Schnipsen, mausen, stehlen.

Schwirberl, ein unruhiger Mensch, der nirgends ruhig stehenbleiben kann.

Slibowitz, Schligawizer, ungarischer Zwctschenbranntwcin.

Spadifankcrl, Scherzname für den Teufel.

Sperauzl, Liebling, hoffnungsvolles Kind.

Spicnzeln, liebäugeln.

Stafieren, neu herstellen. Ein Staffier, Staffierer, Lackirer.

Standepade, staute pelle, stehenden Fußes, gleich auf der Stelle.

Steht» ein, wird ein guter Wein genannt, den man nach Tischstehend noch als Schluß der Mahlzeit zu trinken Pflegt.

Tippet, kleiner Topf.

Tippel, Dippel, eine Beule.

Tippeln, dippeln auf etwas, nach etwas mit Liebe trachten,wahrscheinlich von Punktiren, etwas mit Punkten, Tüpfeln,auspunktiren wollen. Auf das Madl bab i längst dippel t.

V>1. 30