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Zwei und zwanzigster Auftritt.
Porporino als Schneider und Maler zugleich, (die Perücke muß ihn besondersmaskiren, er hat eine Staffelei unter dem Ülrm, aus der Tasche hängen ihm Maße,Nadel und Zwirn am Ärmel, Pinsel und Palette in der Hand, er muß etwasgelassen sprechen).
P o n c e.
Ihr gefallt mir, Ihr habt entweder die Malerei auf dieSchneiderei gepropft, um diese zu veredeln, oder die Schneidereiauf die Malerei, weil Ihr in dieser nur Böcke machen könnt.Ihr seid ein Mann, wie eine Gabel mit zwei Zinken, Ihr seidgut gespalten.
P o r p o r i n o.
Die Künste werden immer wcitschichtiger, wie die jetzigenHosen, denn die neue Zeit füllt beide nicht aus, und die zweiBeine, Hosen-Beine, sind die wahre Dualität, aus der sie nichtheraus können, ohne die arme Blöße zu zeigen.
P o n c c.
Wie kommt Ihr aber gerade zu dieser Vereinigung,malerischer Schneider?
P c> r p o r i n o.
Anfangs war ich nur ein Maler, ich bemerkte aber bald,daß die Menschen nach und nach zu Stöcken wurden, und legtemich auf die Schneiderkunst. Ihr glaubt nicht, Senor, wie dashilft, das Eckige rund, und das Platte gewölbt zu machen; derründende Schatten ist heut zu Tage ganz in der Gewalt derSchneiderei, und da das Gefühl in den Fingerspitzen bei einemgefühlvollen Schneider eben so nach dem Herzen strömt, wie beieinem gefühlvollen Maler vom Herzen nach den Fingerspitzen,so habe ich durch meine Vereinigung eine doppelte Gefühls-circulation in mir angelegt, und messe den Damen immer erstSchnürbrüste an, ehe ich ihnen Brüste male.