388
Da kniete ich still vor ihm nieder,
Da legt er sein thanig GefiederMir kühl um das glühende Haupt,
Und sang mir die Pilgerlieder:
Da Hab' ich geliebt und geglaubt.
Da sah ich den Himmel Wohl offen,
Ach, Gott! kühl niedcrgctroffenKam Gnade, kam SegenSflut;
Da konnte ich endlich auch hoffenAuf meines Erlösers Blut.
Da sang ich: „Reich treulich die Hände,Nun nimmer, nimmermehr wende,
O Engel der Wüste, von mirDie Angen vor meinem Ende,
Dein Kreuz ist mein Kreuz auch mir."
So haben wir da Wohl gesungen,
Und Hand in Hand da geschlungen,
Und Flügel in FlügelpaarUns über die Wüste geschwungen,
Die ein Garten voll Segen war.
Dies war wohl ein innerlich Sehen,
Ein innerlich Anferstehen,
Zn mir selber erwachte der Geist;
Die Wüste, das waren die Wehen,
Zn denen mein Leben gekreist.