Von den Wunderwerken. 641
§. 2. Also hatte Christus bey seinen Wunderwercken kei-ne andere Haupt-Absichc, als
1) Daß Gottes Ehre befördert und ausgebreitet würde,Ioh. 11,40. Match. 9,8. 0.15,31. Marc.2,12. Luc. 5,26. c.18,4z. c.iy,Z7. Act. 4,21.
2) Ja er selbst hat dadurch bewiesen, daß er der wahre Gottsey, Ioh- 2,11. c. 5,17.19. c. 9,32.33. c. 10,36.37. gg. c. 14, io.c. 20,31. Act. 10,18.
3) Besonders hat er dadurch bezeuget, daß er der wahreMeßias und Welt-Heyland sey, Es. 35, 4. 5. Match. 11,4.5.Ioh. 4- 42. c. 5,36. c. 6,14. Luc. 7,16. und folglich seine Lehre alsgöttliche Wahrheit bestätiget und bekräftiget, Ioh. 1,50. c.2,u.23. c.3,1. daher auch die Menschen desto mehr an ihn glau-öeten, Ioh. 20,31. c. 11,45. c. 12^ in Röm. 15, i<8.19.
§. 3. Da nun die Wunderwercke ihren Grund haben in derFreyheit des göttl. Willens, als wornach er die Welt regieret,
! nicht nur so fern es seiner einmal mit höchster Weißheir i estge-ftelltenOrdnung der natürlicheuDinge und deren Verrnüpffunggemäß ist, sondern auch, wenn er seiner besondern Fürsehung inAnsehung des Besten der Menschen ein Gnügen zuthun, durchseinen außerordentlichen Concursuin die Gesetze der Bewegungin den natürlichen Dingen aufhebet; so folget daraus, daßGott so oft Wunderwercke thun könne als er wolle, nicht aberdergestalt an die Ordnung der Natur gebunden sey, daß er, wieeinige Weltweise meinen u), kein Wunderwerck thue, wo eretwas natürlicher und ordentlicher Weise ausführen, oder seineAbsicht durch die Mittel erhalten kan. Denn 1) einmahlsagt die Heil. Schrift, daß Gott seine Zeichen und Wunderausgerichtet nach seinem Willen, der doch heilig, ungebundenund unumschräncket ist, siehe Ebr.2,4.und zwar zur Bekräf-tigung und Befestigung seines göttlichen Worts, Marc. 10,20.Darnach 2) sind viel Exempel, da Gott Wunder gethan, ob-gleich seine Absicht auf natürliche Weise und durch ord entlicheMittel erreichet werden können, z.E. die Kinder Israel in der
Wüsten
U) ViZ. Wolff. §-1041.
Bidl. phyp S«