Von den unreinen Vögeln. 54»
Äugeln, und haben wahrhaftig Flügel und Federnwie See Srorch, ob sie wohl damit nicht stiegen, und auchmanches milden vierfüßigen Thieren gemein haben*. Heutezu Tage wird mit den Srraußen-Federn noch grosser Handelgerneben, indem sie von den Europäischen Kaufleuten aufgesu-chet, und wohl hunderterley Zierrathen daraus gemachet wer-den: die Alten prangeten damit aufihren Helmen und Sturm-hauben. Und soll kein Vogel seyn, dessen Federn einander^-chgehends so gleich seyn, wie der Strauß, daher bey den Egy-M-n eine Straussen-Feder ein Sinnbild der Gerechtigkeit ge-wesen, welches die Zierde der Straussen-Federn nicht wenigvergrößert.
Was auch Job Z9,14-18. weiter von dem Straußen gemet-det wird, damit stimmen die Arabischen Scribenten, denen dieMieses Vogels am besten bekannt gewesen, dergestalt über-kin, daß sie fast eben dasselbe berichten, nemlich: 1) Wenn derStrauß durch den Jäger von seinen Eyern verjaget werde, daßer zu denselben nie mehr komme, und sich eher auf andereStraussen-Eyer setze, sie auszubrüten. 2) Daß er sein Nestin den Sand mache, in Gestalt einerGruben,und seine Eyer mitaufgeworffenen Sand umlege, um sie vor dem Regen zu ver,wahren; wenn er aber, um Speise zu suchen aus dem Nest ge-het, und eines andern Straußen Eyer antreffe, setze er sich aufdieselben, und vergesse seiner eigenen, welche verlassene Eyer in-dessen luper pulverem cslelium, austber Erbe erhitzet oberwarm werben, wie es im Hebr. eigentlich lautet, nemlichdurch dieheissen Sonnen-Strahlen und Wärme des Sandes,aber nicht sie auszubrüten, sondern zum Verderben und Ver-faulen, oder sie werden zutreten von den wilden Thieren. Da-her es nicht die Meinung hat beym Hiob, als wenn die verlasseneStraussen-Eyer durch die blosse Sonnen- oder Sand-Wärmeausgebrütet würden, gleichwie in Egypten durch menschlicheKunst eine unzählbare Menge Hühner-Eyer, in gewissen hiezuÄnlichen Ofen ausgebrütet werden, z) Daß diese natürli-che Sorglosigkeit, da der Strauß sowenig seine Jungen achtet,
seine
* Sock. 1. c. e. 16. x. 247.