Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
498
Einzelbild herunterladen
 

- p

498 Von den Vogeln insgemein.

Sinnlichkeiten, der Einbildung und Gedächtniß, von welchen ^auch etwas besitzen die vierfüßigen Thiere, wenig aber oder garnichts die Vögel. Daher ist kein Wunder, daß man den Hü-nern oder andern Vögeln, ohne sonderliche Lebens-Gefahr eineNadel durch den Kopf stecken kan, welches bey den übrigenThieren nicht angehen würde *. H.

9) Ob zwar die Vögel keine Harn-Blasen haben, so ha-den sie doch nach Proportion ihres Leibes ziemlich grosse Nieren,in welchen der Harn häuffig geschieden, und sammt dem dickern ^ 'Unrath durch einen Gang ausgeführet wird, daher die Lxcre- --mema der Vögel insgemein dünn und feucht sind; ist also derAlten Einbildung falsch, daß die Vögel keinen Harn hätten, 7.und daß die wässerigen dünnern Theile der Speisen zu den Je- ^dern angewendet würden **. M

§.4. Die übrige Gestalt der Vögel ist nicht nur derNothwendigkeit just angemessen, sondern auch der weisen Uir,'v?Absicht des Schöpffers bey derselben Hervorbringung aller-dings gemäß. Der gantze Leib ist geschickt mit fast ungläub-licher Geschwindigkeit durch die Luft zu fliegen, Sap. 5, n. ^^7hierzu dienen ihnen die Flügel und Federn, wie auch die bisauf das Dünneste ausgehöhlete und folglich sehr leichteBeine des gantzen Leibes, und der Kopf, welcher darumbey allen Vögeln, ausgenommen die Nacht-Vögel, nachProportion des übrigen Leibes sehr klein ist, damit sie dieLuft desto leichter durchschneiden, und also behender fortflie-gen, und gar geschwinde aus einem Ort in den andern kom- .men können, um nicht allein ihre Nahrung und sichere Ru- Hhestäte zu suchen, sondern auch den Nachstellungen zu ent-gehen, 2Sam-l,2z. Job 9,26. 0.28,7.21. coll. Coh. >o,

20. Ps- 55,7. 90,12. Es. 46, n. Thren. 4,19. Hos. 9, n. Hab. '^7.i, 8- Prov. 2Z, 5. und ist der Vogel just im Gleich-Gewicht andem Ort, wo die Flügel angeheftet, und stünden diese weiter >hinten oder dornen, so könnte der Vogel nicht stehen oder fliegen,

Darum wenn der Vogel fleugt, so streckt er den Hals vor sichund die Füsse hinter sich, die Flügel aber breitet er von beyden

Seiten

* Ibiri.

" tb. §>9.p.Z99.