gys Von den Dorn. Sträuchen.
Das 17 Capitel.
Von den Dorn »Sträuchen.
Strauche heißen allerhand Dorn, oder mitspitzigen Stacheln versehene Gewächse, welche im An-fang eben sowohl erschaffen, als die andern Bäume, Staudenund Kräuter, und nicht nach einiger Meynung erst nach demFall hervorgebracht worden sind, Gen i, n. 12. c.2,5. daherauch die dornichten Pstantzen an sich keine unnütze Erden-Be-schwerden sind, sondern eben so edel und nützlich als andere zuschätzen, welches nicht nur einige besondere Gattungen, z.E.dieRosen-Sträuche, Hambutten-Brombeer-Stauden, Schle-Hen-Dorn,u.d.gl. beweisen, sondern ihr Nutzen ist auch insge-mein einerley mit demjenigen, welchen sonst die Thiere von ih-ren Haaren, Stacheln und Schalen haben, nemlich, daß siedie Gewächse theils verwahren, theils eine annoch grobe, un-tüchtige Nahrung von zarten Blumen, Blättern und Früchtenabziehen, und auch bester ausarbeiten, welches aus der neuemKräuter-Wissenschaft augenscheinlich erwiesen werden kan*.Indessen wird nicht geleugnet, daß die Dornen-Gewächsenach dem Fall um der Sünde und des Göttlichen Fluchs wil-len, dem lande oder Felde eben so beschwerlich fallen müssen, wiedie wilden Thiere den Menschen, und auch ohne Zweifel in grös-serer Menge, als zuvor wachsen müssen, wie man denn heuti-ges Tages wahrnimmt, daß das Unkraut meistentheils glück-licher und besser aufkommt, als vergüte Saame selbst; daherdie Dornen andern nützlichern Pstantzen sehr hinderlich undschädlich sind, und wenn sie oft mit saurer Mühe ausgereitetwerden müssen, nichts anders denn lauter grosse Beschwerdendem Gärtner und Ackersmann verursachen, welches der ge-meinste Hebr- Nahme lffina, zur Gnüge anzeiget: denner kommt her von tseäere, Eckel und Verdruß haben, als
welchen
* Viö. §ok2uclir. 8 . 5 ol)i, oder Kupff. Bibel, P.44