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Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
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240 Vom Erdbeben.

Das 5. Capitel.

Vom Erdbeben.

HAnter die besondere unterirdische Begebenheiten der NaturAN gehören auch die Erdbeben, lerrse motu8, Hebr.

und Gr. o-e,o-//oL', sZüatio, coluinotio, concuiio, wel-che nichts anders sind, als eine gewaltige Erschütterung derErde, dergestalt, daß sich der Erdboden gleichsam in die Höhehebet, und wiederum niedergiebet, und dadurch wird dasjenigewas aufdem Erdboden stehet, erschüttert, daß es öfters übereinen Haufen fället. Davon so viele versunckene Berge, ver-fallene Mauren und Städte gantz traurige Zeugnisse abstatten.

§. 2 . Es entstehen die Erdbeben eigentlich von der aus-dehnenden Kraft eines entzündeten Schwefel - Dampfs, wel-ches geschiehet, wenn er in Menge verhalten wird; daher auchdieselben sich hauptsächlich an den Orten äußern, wo Feuer-jpeyende Berge sind *, und auch zu der Zeit, wenn diesestarck brennen, und lehret die Erfahrung, daß wenn die Ber-ge Feuer speyen, gemeiniglich ein starcker Sturm vorhergehet,wodurch eben der Dampf, welcher sonst in die freye Luft gehenwürde, innerhalb der Erde zurückgehalten wird, und also die-selbe schütternd machet. Je weiter aber man von den unter-irrdischen Höhlen, worinnen solche Schwefel-Dämpfe, als dieUrsache des Erdbebens anzutreffen, entfernet ist, je schwächerverspüret man auch dasselbe. Man kan es wohl ein unterir-disch Gewitter nennen; und hat es sonst grosse Verwandnißmit den Pulver-Minen **.

Weil hin und wieder unter der Erden, sonderlich zwischenund unter den Bergen grosse Wassergehalter sind, so darf mansich nicht wundern, wenn nach einem starcken Erdbeben an statt

verschlungener oder gesunckener Städte oder Länder, grosse

Seen

* Lonf. verkam; kkvlica-HieotoAis k. z, c. z. p. iz6.Lonf. Lsksuekr. kkys ?. 2. c. 27. p. 268- ig.