Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
108
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rvZ Dom Regenbogen

Horizont zum andern gerad hingehet, also daß der halbe Circulunter dem Horizont und unserm Gesicht verborgen ist. Soblei-bet auch der Regenbogen nicht an eben demselben Ort bestehen,wenn man weiter gehet, sondern gehet entweder mit uns fort ^oder zurück, wie der Schatten im Wasser; daher die Poeten lvon dem Regenbogen gedichtet, daß er geschwindfüßig (ani); Z) sey, und gleich dem Crocodil, dem der ihn fliehet, nach- !lauste, weiche aber dem, der ihm nachstellet: und also werden !soviel Regenbogen auf einmahl in der Luft vorgestellet, alsZu-seher sind, also daß ein iedes Aug einen besondern siehet, wieman aus der Erfahrung haben kan, wenn die Zuseher sollenbemercken, wo und bey welchem Baum, Berge, Haus, rc.sie den Regenbogen gesehen haben. Denn weil die Gesichts-durch z. Onrra, der Sonnen, des Augs und des Regen- !bogens in grader Linie paßiren muß, so müssen so viel Gesichts- ^Linien seyn, als Augen sind. Durch eine doppelte KekrgHionund keüexion der Sonnen-Strahlen in den Regen-Tropffen, nnachdem nemlich die thauichte Luft hoch ist, wird auch ein >doppelter Regenbogen erzeuget, doch so, daß in dem obern Hdie Farben verkehrt scheinen, und weil sie eine keüexion mehr ! ^ausstehen müssen, und folglich mehrgeschwachet werden, auch !nicht so lebhaft, kräftig oder deutlich sind, als in dem ersten. !Darum ist der Xrillncelicorum Meinung falsch, daß der Ne-ben - Regenbogen ein Bildniß des ersten sey, gleichwie ein jBildniß von einem Spiegel in den anderngeworffen wird, viel- !weniger ist es der Widerschein des Regenbogens, wieihn der gemeine Mann nennet. Da nun das Sonnen-Licht ieine Mixtur von allen Farben, oder aus rothen, gelben, grü-nen, blauen, und Purpur-Licht zusammen gesetzt ist, deren einiedes unveränderlich, so werden einige Strahlen, nachdem sie ^durch die R.efr3Lkion von einander abgesondert werden, herausgegen das Auge reflectiret, und zurück geworsten, und also be-kommen die Regenbogen Farben, welche aber wegen ihrer >Verschiedenheit auch eine verschiedeneHöhe erfordern, d.i. nichtunter einerley Winckel gesehen werden, welches der scharfsinni-ge und grundgelehrte Naturkündiger llaac dlencon, kürzlich ,also fasset: läb. U. big. 4. Des