Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
472
Einzelbild herunterladen
 

472

«

sich weit in dem Lande mnher. Der Emir dem Tripolis, hie-durch crmnthigt, nahm alle Vorschläge und Versprechungenzurück und brach die Unterhandlungen mit dem Krcnzhecr inder verächtlichsten Weise ab. Indcß lag dies keineswegs indem Plane der übrigen Fürsten, sic gönnten freilich dem Gra-fen Raimund das Land nicht, dachten jedoch selbst auf densaracenischcn Tribut nicht zn verzichten. Mit vereinten Kräf-ten machte man einen Zug gegen Tripolis; der Emir wagtesich vor die Stadt zn offnem Gefecht ihnen entgegen, wurdeaber gänzlich geschlagen nnd mit starkem Verlust hinter seineMauern znrückgeworfen. Die Fürsten sagten: heute hat er unsgcschn und wir die Wege seiner Stadt; morgen soll er unsnoch naher kennen lernen. Allein cs bedurfte dessen nicht, dennunmittelbar hernach erneuerte der Emir die alten Vorschläge.Gleichzeitig damit traf eine Gesandtschaft des griechischen Kai-sers im Lager ein, nnd ihre Vorschläge gaben Gelegenheit, diegegenseitigen Gründe in vollem Umfange zn entwickeln.

Die Gesandten führten zunächst heftige Klage über dieeinseitige Besitznahme Antiochiens durch Bocmund: darauf er-klärten sie die Absicht ihres Herrn, er denke gegen Johannismit einem Heere in Syrien einzntrcffcn, und die Fürsten nachJerusalem zu geleiten; wolle man ihn so lange erwarten, soverspreche er einem jeden die reichsten Geschenke als erneuteZeichen seiner Huld. Es lag deutlich vor Augen, daß die Ent-scheidung über diese Vorschläge den Ansgang der tripolitanischcnAngelegenheit unmittelbar cinschlicßcn würde; um so umfassen-der nnd nachdrücklicher entspann sich auf der Stelle die Dis-kussion. Raimund entwickelte die Vortheilc, die man ans derAnwesenheit und der Gunst des Kaisers zichn würde:seineGeschenke werden wir haben, ihn selbst und den Verkehr mitallen Landen, den er uns bringen wird. Das Volk ist ermüdetund schwierig, der Weg vor uns voll Gefahren, wir wissen,auch wenn wir Jerusalem erreichen, daß unsre Truppen ansein-andergchn, wenn sie die heilige Stadt von außen her erblickthaben. Wie ersprießlich wird uns dabei des Kaisers Heer undGegenwart zu Hülfe kommen, er wird unsre Angelegenheiten