Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
423
Einzelbild herunterladen
 

423

gcndnng börte auf, und man beschloß vor allen Dingen dasNöthigste, hinreichende Norräthe, zn beschaffen. Nach allenSeilen hin wurden leichte Schaaren auf Fonragirnng entsandt,aber die nähere Umgebung war völlig ansgesogen, die Fernein der Gewalt der Türken, eine dieser Abtheilnngen nach derandern kam mit leeren Händen zurück. Man sah sich plötzlichin der bedenklichsten Lage, vor sich den übermächtigen Feind,mitten in der Vcrthcidignngölinie einen starken türkischen Po-sten, es schien, die Feinde hätten mir durch die Citadelle cin-ziehn dürfen. Dabei ein gänzlicher Mangel an allem Röthi-gen, Aussicht auf Entsatz in ungewisser Ferne; es war schlech-terdings nicht abzusehn, wie die Zukunft sieb gestalten sollte.Indes; beschloß man au allen Punkten und so lange wie mög-lich mnthigc Gegenwehr zn leisten; man war wenigstens anwilder Begeisterung, an fanatischer Erregbarkeit dem Feindeweit überlegen, und mußte dem Glücke vertrauen, dessen Gunst,trotz der augenblicklichen mißlichen Lage, sich so eben nrch inglänzender Anwendung erprobt hatte.

Tie Provcnzalen vertheidigten am 9 . den Brückenkopf mitunerschütterlicher Tapferkeit, und wiesen alle Angriffe der Mu-selmänner kräftig zurück. Nachts überlegten sie ihre Stellung,wie der Feind stets frische Kräfte heransührte, wie sie selbstweder auf Entsatz noch Verstärkung rechnen könnten: daraufam lO., als die Türken den Sturm wiedcrbolten, steckten sieihre Werke in Brand und zogen ohne Einbuße freiwillig indie Stadt zurück 11). Untcrdeß hatte der Kampf innerhalb derMauern gegen die Besatzung der Citadelle ohne Anshörc» vonMorgen bis Abend gestanden; die Türken entwickelten anckhier die größte Ucbcrmacht, ohne jedoch zn einem Erfolge ge-langen zu können. Als die Nacht dem Streite ein Ende machte,hatte keiner der kämpfenden Theilc einen Fußbreit Landes ge-wonnen. Bestimmteren Charakter aber nahm das Gefecht aufder Westseite an, wo die Christen einen Augenblick im Vorlheik,

1!) I'ulim, j'». 156.