zur Eidesleistung zu nöthigcn, allein er vermechlc den Eindruckauf den Kaiser nicht zu verwischen. Es dauerte nicht lange,so hatte sich dieser mit Raimund vollkommen geeinigt, ans dieGrundlage des gemeinsamen Hasses gegen die Normannen.
Noch vor Raimund war auch Robert von Flandern inConstantinopcl angelangt, ans demselben Wege, wie Bocmnnd,und mit gleicher Bereitwilligkeit, den Forderungen des KaisersGenüge zu leisten 34). Nur die Nordfranzosen waren noch zu-rück: sic waren durch die Lombardei nach Lncca gezogen, wosie Urban II. begrüßten, hatten in Rom beklagt, die Anhängerdes Gegenpapstes nur mit Gebet bekämpfen zu können 35 ) unddarauf einen ruhigen Winter in Apulien verlebt. 2>» Früh-ling 1097 brachen sie auf, folgten über Dyrrhachinm der Straßeder vorausgcgangcnen Heere und kamen etwa Mitte Mai inConstantinopel an. Sie Alle, Robert von der Normandie,Stephan von Blvis, Roger von Barnavillc n. A. leisteten denEid ohne Schwierigkeit. Doch versäumte auch bei ihnen Ale-xius keine Vorsicht: die Truppen lagerten vor der Stadt; nurin kleinen Abteilungen wurde ihnen der Eingang »erstattet.Sic verweilten dort etwa vierzehn Tage und vor Allem GrafStephan wurde durch des Kaisers Gewandtheit ganz und gargewonnen. Er schrieb an seine Gemahlin: er ist mir wie meinVater, er liebt mich mehr als alle andere Fürsten, und wiereich, wie mächtig er ist! Dein Vater hatte viele Schätze, abergegen ihn ist er gar nichts.
Mit diesem letzten glänzendsten Erfolge sah Alerins denKreis seiner Bemühungen geschlossen. Er versprach seinerseitsden Fürsten, binnen Kurzem persönlich ein Heer ihnen nachzn-führcn, und mochte damals schon erkennen, daß er ganz ohne
34) Nirgendwo als bei /VIO. , 1 . 204 wird Rodert ausdrücklich anfgcfnhrt,indeß ergibt sich dieser Zeitpunkt seiner Ankunft auch ans chnlolmrp. 384. 385. und Naim. p. 140.
35) b'nlctier I. c. tVil alinck sacere potnimus, Iiisi rznvcl a Dominovinclietam Neri o^tavimns. Urban war und blieb den Sonnner hin-durch in Lncca.