327
jetzt nachzuwciseu, in welchem Lichte Boemunds Verfahren nachAnsscheidung der sagenhaften Elemente sich darstcllt.
Was seinen Zug von Dyrrhachinm und Aulen bis in dieHauptstadt angcht, so erspare ich mir das nähere Detail, alsunbezwcifelt und in vielfachen Darstellungen wiederholt 20 ).Nachdem er sein Heer auf griechischem Boden vereinigt — meh-rere Bannerherrn waren schon im Herbste 1096 über das Meervorausgegangen 27 ) — sprach er seinen festen Willen aus, diegriechischen Provinzen in Frieden zu durchziehn: er sagte, alsPilger des Herrn müssen wir besser und demüthigcr sein, alswir es gewesen sind, so halte sich ein jeder hier im christlichenLande in Schranken. Alexius unterwarf auch dies Heer einerstrengen Aufsicht, auf allen Seiten umgaben es seine leichtenTruppen: ein Schloß bei Pclagonia zerstörten die Pilger underfuhren unmittelbar darauf, wie zur Warnung und Strafe,den heftigsten Angriff. Tancrcd wehrte ihn ab und machtemehrere Gefangene: als Boemuud dann von diesen erfuhr, daßsic nach kaiserlichem Befehl gehandelt, setzte er sic aus der Stellein Freiheit. Meistens weigerten die Einwohner de» Verkaufvon Lebensmitteln: Boemuud erlaubte nur die nothwcudigstcPlünderung und entzweite sich einmal heftig mit Tancrcd, dereine Burg bei Serra anzngrcifcn gedachte, weil sie voll vonVorräthcn, das Heer aber sehr schlecht versehen war. Zudeßhörte hier der Anlaß zu diesen Verdrießlichkeiten auf; Gesandtedes Kaisers, zwei Pallastbeamte von hohem Rang, trafen da-mals im Lager ein, ordneten die Verpflegung und fordertenBoemuud auf, mit ihnen allein nach Constantinopcl vorauszu-gchn. Wirklich trennte sich der Fürst am 1. April von demHeere; er ließ Tancrcd als Stellvertreter zurück und empfahlAllen Ruhe und Mäßigung auf das Nachdrücklichste an. Alleinkaum war er hinweg, so folgte Tancrcd seinem eignen Sinn;er verließ die angewiesene Straße, um in wohlhabendere Gc-
26) Die oettständigste Nachricht darüber geben die Oesta >>. 3 ff. Radulfa. 3 ff. hat wenig Wesentliches.
27) Itist detl. Zaeri c. 8.