Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

237

tcn Waffen n. dgl. war durch die allgemeine Nachfrage imPreise gestiegen: so mußten ihre Hülfsqucllcn in kurzerZcit ver-siegen 15). Hätten sie sich auch an die Fürsten wenden wollen,man hatte sie schwerlich ausgenommen, denn auch deren Mittelreichten nicht hin, solche Massen ganz und gar zu ernähren.Dazu kam dann noch, daß diese Hansen bei Weitem nicht alleinans strcitfähigcn Männern bestanden: Weiber, Kinder, entlau-fene Mönstic und eine Menge zuchtlosen Gesindels befand sichdarunter): sic mußten hinweg , um nicht zu verhungern, amliebsten sogleich in Feindes Land, denn nur durch den Krieg selbstkonnten sie sich ernähren.

Jndcß waren sie selbst in keiner Weise gesinnt, sich dem ge-regelten Zuge fürstlicher Führer anzuschließcn. Mit allen Mittelnversehen, hätten sie dennoch nicht gewartet; sie glaubten sichans geradem Wege zu der Seligkeit des Himmels in diesem undin jenem Leben. Da gedachten sic nicht zu zaudern, etwa denAdel zu erwarten, unter dessen Druck sic bis dahin geschmachtet,und auch jetzt das Joch noch nicht abznschüttcln. Ihre äußereLage zwang sic, den gewohnten Zustand ihres bürgerlichen Lebenszu verlassen: ihrerseits folgten sie diesem Zwange mit wilder Lustund fanatischer Begeisterung. Sic waren überzeugt, Gott selbstwürde ihr Führer und Schützer sein, sic gedachten auf ihn zubauen und nicht ans verhaßte weltliche Leiter. Den Kriegern desHerrn gebühre das höchste Glück auch auf Erden; so werdeder Herr für sic sorgen und die Güter der Gottlosen und Un-gläubigen in ihre Hand geben. Mit einem Worte, sic rissensich völlig los von den weltlichen Formen ihrer Hcimath, sic er-hoben sogar den offensten Krieg gegen sic in jeder denkbarenWeise.

Forschen wir nun, wie dieser asketische Eifer gegen den

15) Weit nus am besten bei 6uik. z>. 481.

16) Am stärkste» hebt diesen umstand Oräeric. Vit. s>. 721 hervor, sowie k-ikstaliarst in de» ersten 10 Capiteln. ucbereinstimmcnde Anga-ben gibt es i>i großer Menge, doch thnt man unrecht, wenn man dieganze Masse dieser Schaarcn mit solchem Gesindel in eine Kategorie seht.