Banmzwcigcn bauen sic sich Hütten, zuweilen finden sich mehrerezusammen, sie fliehen vor dem Volke, das ihnen voll Bewunde-rung nachsieht, nur der Hunger treibt sie wohl, ihre magern,verwilderten Gestalten menschlichen Blicken zu zeigen. Aber ihreNoth ist auch ihre höchste Lust; ists doch kein Wunder, daßGott und seine Engel ihrem Auge erscheinen, wenn die wildesteMeditation ihre Geister erregt hat, wenn ihre Körper demHunger, der Geißelung, den Nachtwachen zu erliegen drohen.Damals sind die Einsicdlcrvereine in Eamaldnli und Vallom-brosa znsammcngetretcn, gegen Ende des Jahrhunderts wurdendie Earthanse und Eiteanr bevölkert und wie viel Einzelnewären zu nennen, welche noch heute die Kirche unter ihrenHeiligen verehrt, wie viel Zahllose sind unbemerkt und ohnebleibendes Andenken dahingcgangcn.
Man sagt wohl, nie werde einem Menschen mißlingen,was er mit der ganzen Kraft seines Lebens verfolgt. DiesenMönchen min ist ihr Streben wahrlich nicht fehlgeschlngen zdie überirdischen Dinge wurden ihnen geläufig, wie uns Andernder gewöhnlichste Lebensgang. Sie verkehrten mit Gott, mitdem Heilande und seiner Mutter, mit den Schaaren der Seli-gen, die täglichen Ereignisse verwandelten sich unter ihrer Handin Wunder und Schöpfungen Gottes. Man ermüdet, wennman in ihren Biographien diese endlose und doch höchst eintö-nige Reihe von Mirakeln an sich vorübergehn läßt; eine Mengekindischer Dinge würde uns von vorn herein zurückschrcckcn,wären sie nicht Erzeugnisse des ächtesten Glaubens und desgeistigen Leides von Menschen, lebendigen Menschen voller Kraftund Seelenfrische, eines Geschlechtes, das zu gewaltigen Din-gen berufen war und in allen Verirrungen Gewaltiges geschaf-fen hat. Auch denke man nicht, daß diese Ascctik nur in engenKreisen geherrscht habe; schon die Zahl der Klöster und derEremiten und die «maßlose Energie der ganzen Richtung müßteeinen allgemeinern Einfluß vermnthcn lassen. So erkenntman leicht, daß die Scelenstiinmung, die ihr zu Grundelag, in allen Kreisen der Gesellschaft ihre Wirkungen hcrvor-brachte.