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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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bezweifeln oder den Vorwurf der Manier gegen ihn erheben.Die hier bezcichnetc Aufgabe wird nun einem gleichzeitigen, selbstin den Ereignissen befangenen Darsteller natürlich um Vielesleichter und ist kaum für ihn vorhanden: der Erfolg eines spa-ter» Autors wird geradezu von der Frage abhangen, in wieweit das Bewußte und Gemachte, was stets in der Annahmeeines fremden Standpunktes liegt, noch in seiner Ausführungsichtbar geblieben ist. Redet z. B. Raimund Agiles von derRitterschaft Christi, die auf Gottes Befehl den heiligen Kriegbegann und die gottlosen Heiden mit frommem Jubel nicdcr-mctzclte, so erfreut man sich der vollen Mitleidenschaft, die dasGetriebe einer erregten Brust unverstellt erkennen läßt; mansicht neben einander die Rohheit und Beschränktheit, so wiedie Fruchtbarkeit und Energie seiner Gesinnung, aber nur in-dem man sich dieses Nebeneinander scharf ansspricht, ver-mag man ein natürliches Interesse und eine reine Anschauung,derselben in sich zu erzeugen. Ein Geschichtschreiber dagegenim eigentlichen Sinne, der in der Regel seine Leser mit sichauf gleichem Standpunkte vermnthct, muß zunächst in der Spracheseiner Zeit zu reden suchen; und in der der nnsrigcn könnenwir den Krcuzzug als keinen heiligen Krieg, die Pilger nichtals das Volk Gottes und Fronkämpcn, ein Concil nicht ohneweiteres als „die Versammlung der ehrwürdigen Väter" be-zeichnen. Wo dies geschieht und wo in diesem Sinne dasGrößte wie das Kleinste behandelt wird, ohne daß von vornherein die unermeßliche Verschiedenheit zwischen Handelnden undHörenden ausgesprochen worden ist, muß das Bild getrübt undüber sich selbst hinaus gesteigert werden. Bei Wilken ist, soviel ich erkenne, diese Wirkung nicht ausgebliebcn, und vorAllem, wie vorher erwähnt, durch die Versetzung Wilhelmsmit den asketischen Elementen der Quellen hcrbcigcführt worden.

Obgleich nun dieser Mangel nicht wie der vorher angege-bene bloß einzelne Theilc des Werkes betrifft, sondern in des-sen ganzem Umfange zur Sprache kommt, so kann doch die,Wichtigkeit dieser Geschichte nach verschiedenen Seiten hin inkeiner Weise gclaugnct werden. Ta zeigt sich das unbcrcchcn-

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