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Geschichte des ersten Kreuzzugs
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>er über dem Schriftsteller nicht vergißt: er geht rasch über dieVerfälle von 1148 hinweg nnd hält über spätere innere Händelsichtlich zurück: auch klagt er ausdrücklich, wie schwierig cs sei,die Wahrheit zu sagen, ohne anzustoßen und dadurch neuenZwiespalt im Reiche zu stiften. Allein diese Behutsamkeit hatsogleich die löblichsten Folgen; sic erzeugt vor allen Dingendie Vorsicht, niemandem mit Unrecht wehe zu thun. An hun-dert Stellen begleitet er die Angaben mit der Versicherung, nurdas Gerücht erzähle so, er selbst habe nichts Gewisses dar-über erkundet. Zuweilen häuft er dergleichen in fast komischerWeise, man sagt, daß der König, wie gesagt wird, diesoder jenes gewußt haben soll und dem Achnlichcs, nichtselten bei unwesentlichen Dingen. Gesteht man ein, wie esdenn nicht zweifelhaft erscheint, daß solche Denkweise der Ge-sinnung des ersten Krenzzngö geradezu entgcgensteht, was soll ichnoch den Einfluß seiner allgemeinen Studien erwähnen? wieer die römischen Dichter eben so häufig wie die biblischen Bü-cher anführt, wie er an dem Vorgänge des Livins sich zu derBeschreibung unglücklicher Zeiten stärkt und endlich von den Er-zeugnissen der klassischen Philosophie tief durchdrungen ist.Wichtiger ist an dieser Stelle die Bemerkung, daß der Abstandzwischen ihm und seinen Quellen, zwischen der Zeit Gottfriedsund Amalrichs, ihm kaum zur Anschauung kommt. Hier wiedort sicht er die allgemein menschlichen Dinge, Glück nndElend, Hcldcnthnm und Schwäche, Steigen nnd Verfall; ziehter einmal die Vergleichung, so trägt er, wie erwähnt, kein Be-denken, die Zeit des ersten Fürsten von Jerusalem für die glück-lichste, nie wicdcrherznstellende Vergangenheit zu erklären 3 z).

Diese bis jetzt im Allgemeinen bezcichncte Richtung wirdin ihrem Jnbaltc deutlicher erkennbar, wenn man ihren Einflußauf die Gestaltung des darzustellcndcn Stoffes im Einzelnen

33) Men vergleiche XXI. 7. Im neunten Buche freilich erkennt er die be-denkliche Lage Gottfrieds sehr wohl. Aber das persönliche Bild, daser von diesem Fürste» hat, hält trotz aller Forschung die allgemeineSehnsucht nach dessen Zeiten lebendig.