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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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lcgnng eines Gesetzes kann cs schon gcnügcn, eine einfacheGedankenreihe von Nencm durchzugchn, eine abgesonderte logi-sche Operation nochmals anzustellen. Um aber eine geschicht-liche Darstellung zu begreifen, Hilst alles logische Rechnen zunichts, die Anschauung der persönlichen Natur des Verfassers,in ihrer Einheit und Gcsammtheit, ist allein wesentlich undförderlich.

Man erkennt von hieraus leicht, wie die Kritik, verrufenals ein trockncr und negativer Theil der geschichtlichen Wis-senschaft, positiv und lebendigen Wesens ist. Nicht die That-sachen unmittelbar zu erkennen, macht sie sich zur Aufgabe, nochauch die Geschichtschreiber als solche, und überlaßt deren Betrach-tung der Littcrargcschichtc: aber sie stellt sich zwischen beide undfindet das eigentliche Feld ihrer Thatigkeit in der Wechselwir-kung , welche beide ans einander ansübcn. Eine bedeutendeHandlung bildet an ihren Beschauern, aber fic verlangt auch,soll fic gedeihen, eine empfängliche Umgebung; hat diese Em-pfänglichkeit dann die höchste Stufe erreicht, so erlangt sie Be-wußtsein und Ausdruck in den Geschichtschreibern. Die Kritikaber im rechten Sinne tritt unmittelbar in den Mittelpunktdieser Verhältnisse, und cs ist klar, welche Fülle persönlichenund thatsächliehen Lebens dieser Kreis ciuschließt. Am sicher-sten wird man sich davon überzeugen, wenn man sämmtlicheeinzelnen Berichte über ein bestimmtes Ereignist einmal zusam-menfaßt, und neben ihrer Mannichfaltigkeit auch ihrem Zusam-menhang und ihrer Einheit nachgeht. Es zeigt sich dann bald,daß wie die Dinge, so auch die Erzählungen nach allgemeinenGesetzen entstehen und verwandelt werden, daß bei allein Rcich-thum der individuellen Natur, doch kein Einzelner sich diesenGesetzen zu entzieh» vermag; endlich, daß auf die letzten Gründezurückgeführt, die Entwicklung des Seins und des Wahrnch-mens, der Thatcn und der Berichte wesentlich parallel geht.

Dies angewandt auf unsre Untersuchung, ergeben sich fol-gende Fragen als letztes Ziel derselben. Wie find unsre Quel-len ans der Natur ihrer Verfasser, aus deren Derhältniß zuder Begebenheit und zu der übrigen Welt erwachsen? Ferner: