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Der Brief Pauli an die Hebräer. Kap. XII.
16. Daß nicht jemand sey einUnzüchtiger oder ein Verächterdes Heiligen, wie Esau, der umeine einzige Speise sein Erstge-burtsrecht hingab.
i 7. Ihr wisset ja, daß er ob-gleich hinterher wünschend denSegen zu empfangen verworfenward, er erlangte keine Umän-derung wiewohl er sie mit Thrä-nen fodcrte.
18. Denn ihr habet euch nichtgenahet einem Berge den manbetasten kann und den in Feuergesetzten, und zum Wcttergewölkund zur Finsterniß und zumSturm,
iy. Und zum Posaunenschallund zum Schall der Worte, wo>bei die ihn hörten baten, daßdie Rede nicht an sie gerichtetwürde.
hinreiße. — Die Worte »Wurzel der Bitterkeit» sind nach einem gewöhn-lichen HebräismuS zu übersetzen: »giftige Wurzel» und sieben hier als Bild
für einen gefährlichen Andre zum Unglauben hinreißenden Menschen. So heißtauch Antiochus Epiphanes I Makk. i, 11 . eine Wurzel der Sünde.
16. Vers. Efau wird von den Juden für sebr lasterhaft gehalten: inder h. Schrift wird an ihm nur seine Verhcirathung mit den Bewohnern desLandes Kanaan (den Canaaniten) gerügt und sein Leichtsinn in Betreff desErstgeburtsrechts vgl. I M os. 25, 33- 34.
17. VerS. Vgl. I Mos. 27, 24 — 38. Der einmal ertheilte Segenwar unwiederruflich: darum mußte Emu auf die dem Jakob dadurch zuge-wendeten Vortheile verzichten, und all sein Bitten und Weinen blieb ver-geblich.
18 — 21. Vers. Sinn: Such stellt sich Gott, den ihr verehret, nichtwie den Jsraeliten bei der Gesetzgebung am Sinai auf einem berührbarenBerge unter den furchtbarsten Naturerscheinungen dar, wodurch alles in Schrei-ten kam und selbst Mose bebte. Vergl II Mos. 19, 16 — 18. — DerVerfasser hat hier die äußeren Umstände vor Augen, unter denen das Gesetzvon Gott durch Mose den Jsraeliten, die um den Berg Horeb gelagert wa-ren, ertheilt wurde und wobei Alles auf die Ueberzeugung eines sinnliche»Volks berechnet war, daß Gott der Allmächtige, der strenge Richter und Be-strafer gegenwärtig sey. — Die Berge dachten sich alle alten Völker als Lieb-lingsaufenthalt der Gottheit, auch Jehvva erscheint auf dem Sinai; mittelstdes Feuers bezeichnete Gott seine Gegenwart symbolisch, vgl. Anm. zu Matth.3, 11., auch der Sinai war in Feuer gesetzt; in Wettergewölk wird Jehovasehr oft einherkommend dargestellt (s. Anmerk. zu Apokal. 1, 7.), auch derSinai war davon eingehüllt; dichte Finsterniß gehörte zur Erhöhung des Ein-drucks jener Naturerscheinungen und war damit unter solchen Umständen auchsonst oft verbunden, s. I Mos. 15, 17. Sturm verkündigt symbolisch denzum Strafgericht herankommenden Gott, s. Anm. zu Apokal. 7, 1., auchhier tritt er ein. Posaunenschall bezeichnet bildlich in der h. Schrift gewöhn-lich die Ankunft Gottes, s. Anm. zu Apokal. 1, 7-, auch hier wird er ge-hört. Auch der Schall der Worte Gottes ließ sich vernehmen, aber die Israe-litin waren so in Schrecken gefetzt, daß sie den Mose baten, er allein mögemit Gott reden und ihnen das Gehörte mittheilen. Vergl. II Mos. 19,16 — 18. V Mos. 6, 22 — 28- Jü der letzten Stelle wird manchesnachgetragen was II Mos. 1g. Übergängen ist.